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Post-Corona-Zeit : Wackeres London

Die Annahme, dass der Corona-Zug ins Homeoffice zentrale Großbüros dauerhaft obsolet macht, hat sich als falsch erwiesen.

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          Nicht nur der Finanzplatz London, auch der Immobilienmarkt an der Themse schlägt sich wacker. Die Banken haben Brexit und Corona gut weggesteckt. Jetzt sind die Corona-Beschränkungen inklusive Homeoffice-Pflicht in England fast alle aufgehoben worden. Das Virus wird die großen Bürokomplexe nicht dauerhaft außer Gefecht setzen. Aber sie werden künftig anders aussehen. Mehr als 100 Millionen Pfund steckt die Citibank in den Umbau ihres Wolkenkratzers in Canary Wharf, der danach wie eine grüne Oase mitsamt Gärten und Sporthallen erscheinen soll. Auch die jüngsten Nachrichten von Google zeigen, dass London als Bürostandort weiter sehr gefragt ist: Der Techgigant kauft für eine Milliarde Dollar seine bisherigen Büros in Zentral-London, zusätzlich baut Google ein riesiges futuristisches Hauptquartier am King’s-Cross-Bahnhof für Tausende Mitarbeiter, samt Schwimmbad und bewaldetem Dach. Union Investment hat voriges Jahr das künftige BT-Hauptquartier für mehr als eine halbe Milliarde Euro erworben. All das zeigt, dass die Nachfrage in London nach Büros höchster Qualität stark ist – trotz hoher Preise, die etwa doppelt bis dreifach so hoch wie in Frankfurt liegen. Die Annahme, der Corona-Zug ins Homeoffice werde zentrale Offices dauerhaft obsolet machen, war wohl falsch. Aber: Wer künftig Hunderte oder Tausende Beschäftigte in Büros versammeln will, muss diese weitaus attraktiver gestalten als früher.

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

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