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Verhaltener Börsengang : Lkw-Bauer Traton stottert an die Börse

  • Aktualisiert am

Traton ist seit Freitag erfolgreich an der Börse gelistet. Bild: Reuters

Die Volkswagen-Tochter Traton hat es im zweiten Anlauf an die Börse geschafft. Beim Börsendebüt eröffneten die Papiere noch auf ihrem Ausgabepreis von 27 Euro, gerieten dann aber unter Druck.

          Die Papiere der VW-Tochter Traton sind am Freitag exakt auf Höhe des Ausgabepreises von 27 Euro in den Börsenhandel gestartet. Ihr bisheriges Hoch fanden die Aktien schnell bei 27,19 Euro, bevor sie unter Verkaufsdruck gerieten. Zuletzt kosteten sie nur noch 26,54 Euro.

          Schon im Vorfeld lief es nicht so erfolgreich wie erhofft. Mit gut 1,5 Milliarden Euro flossen knapp 400 Millionen Euro weniger in die Kasse des Autobauers als ursprünglich maximal erhofft. Die Preisspanne hatte nämlich zunächst bei 27 bis 33 Euro gelegen.

          Eigentlich hatte Volkswagen die Lkw-Sparte schon vor Ostern an die Börse bringen wollen. Das Vorhaben wurde aber mit Verweis auf das schwache Marktumfeld im März überraschend auf Eis gelegt. Nach längerem Hin und Her entschied sich der Wolfsburger Konzern, einen neuen Anlauf zu wagen, dabei aber am Firmenwert und am Emissionsvolumen Abstriche zu machen.

          Volkswagen gibt nun lediglich 11,5 Prozent von Traton in fremde Hände. Traton-Chef Andreas Renschler hatte zunächst einen Erlös von bis zu sechs Milliarden Euro für einen Anteil von 25 Prozent vorgeschwebt. Investmentbanker bezeichneten das aber als zu ehrgeizig.

          Volkswagen hält sich offen, später weitere Traton-Aktien auf den Markt zu werfen. Mittelfristig gilt der Nutzfahrzeug-Konzern als ein Kandidat für den Nebenwerteindex M-Dax. Die Erlöse aus dem Börsengang fließen allein an Volkswagen. Das Geld soll in den Ausbau des Geschäfts mit Elektroautos fließen. Die Wolfsburger wollen unter dem Druck schärferer Klimaziele für die Autoindustrie in Europa den Umschwung zum Elektroantrieb beschleunigen.

          Mit dem Börsengang soll Traton auch mehr Handlungsspielraum für die Expansion in Amerika gewinnen. Bislang ist aber offenbar nicht entschieden, ob Traton den amerikanischen Lkw-Bauer Navistar ganz übernehmen will.

          Das Umfeld für Erstemissionen hat sich deutlich eingetrübt. Im laufenden Jahr ist Traton bislang der einzige klassische Börsengang im streng regulierten Prime Standard der Frankfurter Börse. Der Modehändler Global Fashion Group hofft, am Dienstag zu folgen. Mit einer Verlängerung der Zeichnungsfrist und einer Senkung des Ausgabepreises will das Unternehmen aus dem Besitz der Startup-Investoren Rocket Internet und Kinnevik seinen Börsengang noch retten.

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