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Teure Schokolade : Eine Lindt-Aktie für mehr als 100.000 Franken

Unwiderstehlich: Schokoladen-Kugeln der Marke Lindt in einem Frankfurter Geschäft Bild: Marina Pepaj

Viele Unternehmen spalten ihre Aktien auf, um die Anteile für Kleinanleger erschwinglich zu machen. Lindt tut genau das Gegenteil. Doch bietet das Unternehmen auch einen billigeren Zugang als Alternative.

          3 Min.

          Wer zum ersten Mal auf den Aktienkurs von Lindt & Sprüngli schaut, denkt unwillkürlich: Es muss sich um einen technischen Fehler in der Anzeige oder eine optische Täuschung handeln. Denn die Zahlen, die bei einer Kursabfrage im Internet auftauchen, liegen seit vielen Jahren im fünfstelligen Bereich. Wer deshalb vor einer Beteiligung an dem traditionsreichen Schweizer Schokoladenhersteller zurückgeschreckt ist, wird dies heute wohl bereuen. Denn inzwischen ist der Kurs sechsstellig. Die Aktie hat vor Kurzem sogar die Schallmauer von 100.000 Franken überschritten. Nach Vorlage überraschend guter Halbjahreszahlen kletterte das Schokoladenpapier am Dienstag im Verlauf um gut 2 Prozent auf 104.000 Franken. Das entspricht 96.000 Euro.

          Johannes Ritter
          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Die Aktie des Goldhasen-Produzenten ist der zweitteuerste Anteilschein der Welt. Übertroffen wird er nur von Berkshire Hathaway. Die A-Aktie dieser Investment-Holding des legendären Investors Warren Buffett kostet derzeit fast 420.000 Dollar. Lindt und Berkshire Hathaway sind mit diesen exorbitant hohen Kursen absolute Außenseiter im Aktienmarkt – und das aus gutem Grund: Die meisten Unternehmen, deren Anteilscheine in allzu luftige Höhen steigen, beschließen früher oder später einen Aktiensplit. Apple zum Beispiel machte im vergangenen Jahr aus einer Aktie vier neue Wertpapiere mit einem jeweils niedrigeren Nennwert. Dadurch ändert sich nichts an der Gesamtbewertung, aber optisch erscheinen Aktien nach einem Split günstiger.

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