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Weg für Fusion womöglich frei : Linde-Aktie kann Rekordhoch nicht halten

  • Aktualisiert am

Bild: Reuters

Was lange währt, wird hoffentlich einmal gut: Die Fusion von Linde und der amerikanischen Praxair scheint vonstatten gehen zu können. Doch der starke Kursanstieg bleibt Episode.

          Wenn auch der Horror gesenkter Prognosen einige Aktien am Donnerstag im Würgegriff hat, so war an der Börse nicht alles schlecht. Der am Mittwoch stark gefallene Kurs des Spezialchemie-Unternehmens Alzchem stieg deutlich und auch der Aktienkurs des Gaseherstellers Linde legte zeitweilig um 7 Prozent auf ein Rekordhoch von 222 Euro zu. Wohlgemerkt handelt es sich dabei um die zum Umtausch eingereichten Aktien, während die alte Linde-Aktie mit einem kleineren Aufschlag von auskommen musste.

          Offenbar scheinen nun auch die amerikanischen Wettbewerbshüter grünes Licht für eine Fusion mit dem Konkurrenten Praxair zu geben. Laut dem „Manager Magazin“ gab die Wettbewerbsbehörde FTC eine mündliche Zusage. Eine Quelle dafür nannte das Magazin nicht.

          Erst vor zwei Tagen hatte Linde selbst darüber informiert, dass man sich Anfang Oktober mit der Federal Trade Commission (FTC) auf Arbeitsebene zu den erforderlichen Veräußerungen von Geschäftsteilen abgestimmt und das Zusagenpaket den Entscheidern der FTC vorgelegt habe.

          LINDE PLC EO 0,001

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          Die Zustimmung der Amerikaner galt bis zuletzt als unsicheres Zünglein an der Waage. Um Bedenken zu zerstreuen, hatte man sich im Vormonat mit einem Konsortium aus dem deutschen Industriegasehersteller Messer und dem Finanzinvestor CVC Capital Partners auf eine Übernahme weiterer Geschäftsteile verständigt.

          Für eine Zustimmung der Amerikaner wird es höchste Zeit. Denn laut Wertpapiergesetz muss die Fusion Mitte der kommenden Woche abgeschlossen sein. Linde und Praxair wollen sich zum größten Industriegasehersteller der Welt zusammenschließen. Mit 80.000 Mitarbeitern und rund 28 Milliarden Euro Jahresumsatz würden sie ein Viertel des Weltmarkts beherrschen.

          Am Ende des Tages kam jedoch eine kleine Enttäuschung. Aus gut informierten Kreisen verlautete, Linde habe von der Behörde noch keine Entscheidung mitgeteilt bekommen. Und so gab die Notierung einen Teil der Gewinne wieder ab. Am Ende schloss sie 2,75 Prozent höher bei 213,20 Euro - ohne Rekordhoch. Die herkömmliche Linde-Aktie plazierte sich mit einem Aufschlag von 0,8 Prozent auch nur unter „Ferner liefen“.

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