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Sammlermarkt : Die teuersten Kameras der Welt

Aktuelle Leica-Modelle: Sammlerstücke von morgen? Bild: dpa

Vor rund 100 Jahren kam in Wetzlar die erste Leica-Kamera auf den Markt. Heute sind die Sammlerstücke wertvoller denn je.

          5 Min.

          Sie ist eine kleine Kamera, so klein, dass sie in eine Jackentasche passt, die viele große Momente des 20. Jahrhunderts einfing. Den leidenschaftlichen Kuss eines Pärchens am New York Times Square nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Oder amerikanische Soldaten, die im Vietnamkrieg durch die Felder pirschten.

          Sarah Huemer
          Redakteurin im Ressort „Wert“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Mit der Erfindung der Kleinbildkamera konnten Fotografen erstmals direkt ins Geschehen eintauchen. Sie ist handlich genug, um sie überallhin mitzunehmen, im richtigen Moment zu zücken und auf den Auslöser zu drücken.

          Man muss kein professioneller Fotograf sein, um sich von der Faszination rund um die Leica-Kameras mitreißen zu lassen. Sie waren die ersten seriell produzierten Kleinbildkameras. Tausende, Hunderttausende von Euro geben Sammler heute für eine alte Leica aus – manchmal sogar noch mehr: 1,2 Millionen Euro bezahlte ein Käufer im November bei einer Auktion für eine seltene Leica MP 55 aus dem Jahr 1957. Die Preise für die alten Leicas steigen Jahr um Jahr. Ist sie also eine rentable Geldanlage?

          „Kühle Investmententscheidungen sind das nicht, man muss schon ein Herz dafür haben“, sagt Lars Netopil, selbst Sammler und Händler. In braunem Sakko und rahmenloser Brille sitzt er mit übergeschlagenen Beinen in einem Ledersessel in seinem kleinen Fotogeschäft in Wetzlar. Das ist die Stadt, wo alles begann. Die Stadt, wo ein Hobbyfotograf im Jahr 1914 die Leica erfunden hat. Doch dazu später mehr.

          Eine Leica als Statussymbol

          Schon im Alter von 16 Jahren hat Netopil damit begonnen, Leica-Kameras zu sammeln. Als Student ist er von einem zum nächsten Sammlertreffen gereist, hat die Modelle und Preise der Leicas genauestens studiert.

          Wenn er in der Auslage eines Fotogeschäfts ein vermeintlich günstiges Modell entdeckt hatte, kaufte er es – im Wissen, dass er es teurer weiterverkaufen konnte. Ein etwas ungewöhnlicher Studentenjob war das. Aber sehr lukrativ.

          Nun, 37 Jahre später, ist er weltweit einer der gefragtesten Experten und Händler für die wertvollen Fotoapparate. Aus Europa, den USA und Asien, vor allem aber aus China, strömen die Kunden zu ihm. Europäische Luxusprodukte sind in China besonders begehrt. Sie sind ein Statussymbol.

          Oft seien die Sammler wohlhabende Amateurfotografen, erzählt Netopil. Obwohl er in seinem Laden auch neue Modelle anbietet – Leica produziert schließlich heute noch –, versteht sich Netopil als Antiquitätenhändler. Drei Viertel seines Umsatzes entfallen auf den Ankauf und Verkauf der alten Kameras. Und seit Kurzem veranstaltet er einmal im Jahr eine Auktion.

          Auktionen sind bei den Sammlern besonders beliebt, um neue Schätze zu ergattern. Zweimal im Jahr organisiert auch das Tochterunternehmen der Leica Camera AG, die Leica Camera Classics, Auktionen – nach Umsatz sind das die weltweit größten, je eine in Wien, eine in Wetzlar. „Viele Sammler haben sogar schon ihre eigene Bieternummer, sie gehören quasi zur Leica-Familie“, erzählt Alexander Sedlak, Geschäftsführer der Leica Camera Classics.

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