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Verivox-Auswertung : PSD Bank stellt Negativzins-Rekord auf

Zahlen fürs Ersparte: Das schmeckt vielen Sparern gar nicht. Bild: obs

Zum ersten Mal verlangt eine Bank in Deutschland nicht minus 0,5 oder 0,6 Prozent, sondern minus 1 Prozent Negativzins aufs Ersparte. Die Entwicklung wird immer ungünstiger für Privatkunden mit großen Bankguthaben.

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          Es gibt einen neuen Rekord bei den Negativzinsen zu vermelden, die Deutschlands Banken für große Einlagen verlangen. Wie das Internetportal Verivox berichtet, nimmt die PSD Bank Rhein-Ruhr ab sofort für Tagesgeldeinlagen von mehr als 500.000 Euro Negativzinsen in Höhe von minus 1 Prozent. Für Guthaben von 100.000 Euro an würden minus 0,5 Prozent berechnet.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ein Zinssatz von minus 1 Prozent ist der mit Abstand höchste Negativzins, den Verivox bei seinen fortlaufenden Recherchen je ermittelt hat, wie das Internetportal berichtet. Die Masse der Banken mit Negativzinsen orientiere sich am EZB-Einlagezins und berechne minus 0,5 Prozent, vereinzelt würden auch minus 0,6 Prozent ausgewiesen. Laut Medienberichten erhebt die Bank 1 Saar einen Negativzins von 0,75 Prozent. Sie veröffentlicht diese Konditionen allerdings nicht online.

          Nach den Erhebungen von Verivox verlangen mittlerweile 277 Banken Negativzinsen von Privatkunden. Darunter seien 100 Institute, die Sparern deutlich weniger als 100.000 Euro Freibetrag einräumten. Aktuell sei die Dynamik dabei „generell sehr groß“: „Nahezu täglich führen weiter Banken Negativzinsen ein“, berichtet Verivox. Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH, kommentierte: „Der Trend zu Negativzinsen hat einen neuen Höhepunkt erreicht.“

          Seit 2014 müssen Banken selbst Negativzinsen zahlen, wenn sie überschüssige Einlagen bei der Zentralbank parken. Inzwischen geben 277 Institute diese Negativzinsen an ihre Privatkunden weiter. Doch mit einem Tagesgeldzinssatz von minus 1 Prozent für Guthaben ab 500.000 Euro geht die PSD Bank Rhein-Ruhr weit über den Zinssatz der EZB hinaus. „Offenbar will die Bank mit diesen Abwehrkonditionen den Zufluss weiterer Spargelder verhindern“, meint man bei Verivox.

          Negativzinsen gelten zunächst immer nur für Neukunden. Will eine Bank auch ihren Bestandskunden Negativzinsen berechnen, muss sie das mit den Betroffenen individuell vereinbaren.

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