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Kursgewinne am Freitag : Dax deutlich im Plus

Massive Kursverluste am Aktienmarkt: Eine schwarze Börsenwoche geht heute zu Ende. Bild: Reuters

Nach dem schwarzen Donnerstag präsentieren sich die Aktienbörsen am Freitag viel fester. Der Dax legt deutlich zu.

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Nach einem Tag mit dramatischen Kursverlusten rund um den Globus sind die Aktienbörsen zum Wochenschluss fester gestartet. Der deutsche Standardwerteindex Dax zeigt sich dabei sehr wechselhaft. Erst tendierte er kurz nach Handelsbeginn mit mehr als 3 Prozent im Plus, dann gingen die anfänglichen Kursgewinne schnell wieder zurück auf einen nur noch minimalen Zuwachs.

          Kurz darauf jedoch drehte der Leitindex wieder in ein deutliches Plus, derzeit sind es rund 4,5 Prozent. Zwischenzeitlich hatte der Zuwachs sogar mehr als 8 Prozent betragen. Vor allem die Verlierer der vergangenen schwarzen Börsentage legten zu, allen voran die Lufthansa, deren Aktie um 13 Prozent stieg. Auch der amerikanische Dow Leitindex Dow Jones startete mit einem Plus von 3 Prozent in den Handel.

          Am Donnerstag war der Dax um mehr als 12 Prozent auf 9.161 Punkte gesunken und schloss mit dem zweitgrößten Tagesverlust in seiner Geschichte. Der Dow Jones hatte sich um 10 Prozent auf 21.200 Punkte vermindert und damit das größte Minus seit 32 Jahren verzeichnet. Der marktbreite S&P-500-Index verminderte sich in ähnlicher Größenordnung.

          Die Ankündigung der amerikanischen Notenbank Federal Reserve, im Umfang von bis zu 1500 Milliarden Dollar am Markt zu intervenieren, konnte die Kursverluste nur vorübergehend eindämmen. Sowohl in Europa als auch in Amerika waren die Börsenumsätze deutlich höher als in den Monaten zuvor, was für eine substantielle und breite Marktbewegung spricht.

          Die Währungshüter in Washington hatten schon in der vergangenen Woche den Leitzins um einen halben Prozentpunkt verringert. Die Bank of England agierte ebenso. Auch die Führung der Europäischen Zentralbank beschloss weitere Maßnahmen – darunter eine Erhöhung der Wertpapierkäufe und außerdem einen erleichterten Zugang kleiner und mittelgroßer Unternehmen zu Bankkrediten.

          „Wir haben das getan, was eine Notenbank in einer Krise in erster Linie tun muss: Wir haben für eine großzügige Versorgung der Banken mit Liquidität gesorgt“, sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann im Interview mit der F.A.Z. – „unser Paket ist stimmig mit Blick auf die wirtschaftliche Analyse, und es ist eine mächtige Hilfe für Unternehmen“, äußerte wiederum der französische Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau im Sender Radio Classique.

          Die norwegische Notenbank senkte an diesem Freitag wegen der Coronavirus-Pandemie ebenfalls den Leitzins. Er werde von 1,5 auf 1,0 Prozent zurückgenommen, teilte sie am Freitag außerhalb einer regulären Zinssitzung mit. „Es besteht erhebliche Unsicherheit über die Dauer und die Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs mit dem Risiko eines ausgeprägten wirtschaftlichen Abschwungs“, begründete sie ihren Schritt. Die Währungshüter kündigten an, die Entwicklung genau zu verfolgen und erklärten zugleich ihre Bereitschaft zu weiteren Zinssenkungen.

          Zugleich senkte die Notenbank den sogenannten antizyklischen Kapitalpuffer von 2,5 auf 1,0 Prozent. Banken müssen damit weniger Vorsorge gegen Risiken treffen. Das so frei werdende Geld kann an die Wirtschaft in Form von Krediten weitergereicht werden.

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