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Kursentwicklungen : Post-Aktie kratzt am Ausgabepreis

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Bild: F.A.Z.

Rund fünf Jahre nach dem Börsengang sind die „gelben“ Anleger, die die Aktien von Anfang an gehalten haben, wieder bei plus/minus null. Andere stehen nicht so gut da: So sitzen beispielsweise Telekom-Aktionäre noch auf hohen Verlusten.

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          Die Aktionäre der Deutschen Post, die seit dem Börsengang im November 2000 ihre Aktien gehalten haben, können sich freuen. Fast fünf Jahre später hat die Post-Aktie am Donnerstag zumindest für einen kurzen Moment ihren Emissionspreis von 21 Euro wieder erreicht.

          Im März 2000 war der Deutsche Aktienindex Dax auf mehr als 8000 Punkte geklettert. Im November 2000 war der große Börsenboom vorbei - nur viele Anleger hatten es noch nicht gemerkt. Damals war das Kaufangebot, 29 Prozent aller Post-Aktien, achtfach überzeichnet. Privatanleger in Deutschland, aus dem übrigen Europa und Japan bestellten Aktien im Wert von rund 10 Milliarden Euro. Dies machte ein Fünftel der Gesamtnachfrage aus.

          Anfangs zufriedenstellende Entwicklung

          Privatanleger wurden aber vom Verkäufer, der staatseigenen KfW-Bankengruppe, besonders aufmerksam berücksichtigt. Denn die Papiere wurden etwa zur Hälfte auf private und institutionelle Anleger aufgeteilt. Hinzu kam ein Abschlag von 0,50 Euro auf den Emissionspreis für diejenigen Privatanleger, die sich zu Beginn der dreiwöchigen Zeichnungsfrist für den Kauf entschieden hatten. Eine Mindestzuteilung in Höhe der Mindestbestellzahl von 50 Aktien sowie von 35 Prozent der darüber hinausgehenden Bestellung stellte eine breite Streuung sicher.

          Anfangs entwickelte sich die Aktie der Deutschen Post AG auch recht zufriedenstellend. Wer im Februar 2001 auf dem bisherigen Höchstkurs von 24,18 Euro die Aktien verkaufte, konnte immerhin einen Gewinn von 15 Prozent einstreichen. Anschließend ging es jedoch bergab, bis auf 8,13 Euro im Oktober 2002. Auf dem Tiefpunkt betrugen die Kursverluste gegenüber dem Emissionspreis von 21 Euro mehr als 60 Prozent.

          Zwei Jahre ohne Ausschüttung

          Jetzt sind die Anleger, die die Aktien von Anfang an gehalten haben, wenigstens wieder bei plus/minus null. Die Post-Aktionäre stehen aber oft besser da als die Aktionäre anderer Unternehmen, die vor ihrem Börsengang in Staatshand waren. So sind die Anleger, die beim Börsengang der Deutschen Telekom im November 1996 Aktien zugeteilt bekamen, zwar wieder mit 10 Prozent im Plus.

          Doch anders als die Post, die ihre Dividende kontinuierlich von 27 auf zuletzt 50 Cent steigerte, mußten die Telekom-Aktionäre zwei Jahre lang ohne Ausschüttung durchstehen. Und wer erst bei der zweiten oder gar dritten Kapitalerhöhung zugriff, sitzt nach wie vor auf hohen Verlusten von 57 und 75 Prozent. Das heißt: Im Juni 2000 für 10.000 Euro gekaufte Telekom-Aktien sind heute 2500 Euro wert. Auch die Privatisierung des Betreibers des Frankfurter Flughafens, Fraport, war aus Aktionärssicht kein richtig guter Griff, obwohl die Fraport-Aktie inzwischen wenigstens wieder über den Emissionspreis geklettert ist.

          Verkaufsdruck bei Einstiegskurs-Niveau

          Meist ist der Emissionspreis für zuvor unter diese Marke gefallene Aktien ein hartnäckiger Widerstand. Denn viele Anleger haben ihren Einstandskurs im Kopf. Sie haben - sich über ihre zeitweise aufgelaufenen Verluste ärgernd - sich geschworen, ihre Aktien dann zu verkaufen, wenn der Einstiegskurs wieder erreicht ist. Deshalb kommt auf diesen Kursniveaus oft Verkaufsdruck auf. Und es gelingt den Aktien selten, den Widerstand im ersten Anlauf hinter sich zu lassen.

          „Börsenpsychologen“ halten indes wenig davon, wenn Anleger den Einstandskurs im Hinterkopf haben. Vielmehr sollten sich die Anleger fragen, ob sie zum gegenwärtigen Kurs die Aktien jetzt kaufen würden. Falls nicht, dann sollten sie sie verkaufen. Die KfW-Bankengruppe, die noch 45 Prozent der Post-Aktien erhält, wird bis zum 14. Mai 2006 keine weiteren Aktien am Kapitalmarkt plazieren.

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