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Reaktion auf Angriff im Irak : Goldpreis erreicht neue Höhen

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Gold ist wieder als Krisenwährung gefragt. Bild: dpa

Der iranische Raketenangriff auf amerikanische Militärbasen im Irak hat den Goldpreis weiter steigen und die Aktienkurse in Asien fallen lassen. Der Ölpreis reagierte nur kurzzeitig.

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          Vor dem Hintergrund der Spannungen in Nahost gehen viele Investoren anscheinend auf Nummer sicher und kaufen Gold. In der Nacht zum Mittwoch stieg der Kurs für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) erstmals seit dem Jahr 2013 über die Marke von 1600 Dollar und erreichte knapp 1610 Dollar. Ein iranischer Vergeltungsangriff auf amerikanische Basen im Irak  schürte die Angst vor einer weiteren Eskalation und einem möglichen neuen Krieg im Nahen Osten.

          Zuletzt fiel der Preis für Gold wieder etwas zurück auf 1594 Dollar, nachdem die erste Reaktion von Amerikas Präsident Trump verhältnismäßig zurückhaltend ausfiel.
          Trump schrieb er auf Twitter: „Alles ist gut“. Derzeit würden mögliche Opfer und Schäden bewertet. Er kündigte an, sich im Lauf des Tages äußern zu wollen. Zudem hatte Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif erklärt, sein Land strebe keinen Krieg an, obwohl es sich gegen weitere Aggressionen verteidigen werde.

          Der Goldpreis ist seit Weihnachten von den rasch zunehmenden Feindseligkeiten im Nahen Osten von rund 1478 Euro auf das aktuelle Niveau hochgetrieben worden. Tatsächlich aber ist er schon im Sommer aus einer jahrelangen Seitwärtsbewegung ausgebrochen. Nicht zuletzt die Lockerung der amerikanischen Geldpolitik, die den Dollar letztlich schwächt, hat dazu beigetragen. Dollarkurs und Goldpreis verhalten sich in der Regel antiproportional. Wertet der Dollar ab, steigt der Goldpreis und umgekehrt. Niedrigere Zinsen machen aber zudem Anlagen in das zinslose Gold vergleichsweise attraktiver.

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          Die Bedingungen seien durchaus günstig, um den Goldpreis weiter nach oben zu treiben, sagte Daniel Hynes, leitender Rohstoffstratege der Australia & New Zealand Banking Group der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die geopolitische Risikoprämie sei ziemlich hoch, und wenn diese Art von Spannungen bestehen blieben, werde man vermutlich viel höhere Preise sehen.

          Der Ölpreis reagierte nur kurzzeitig. Die führende Nordseesorte Brent verteuerte sich in der Nacht zunächst sprunghaft von 68,50 bis auf 71,75 Dollar. Bis um 8 Uhr mitteleuropäischer Zeit aber war der Preis wieder auf 69,13 Dollar zurückgefallen. Amerikanisches Leichtöl der Sorte WTI kostete zwischenzeitlich 65,65 Dollar, wird aber aktuell nur noch zu 63,30 Dollar gehandelt.

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          Die Aktienbörsen verzeichnen dagegen deutliche Abschläge, auch wenn sie sich von ihren Tagestiefständen erholten. In Tokio fiel der Leitindex Nikkei im Handelsverlauf um bis zu 2 Prozent und schloss 1,6 Prozent niedriger mit  23.205 Punkten. Der Hongkonger Hang-Seng-Index gibt 1,2 Prozent auf 27.994 Zähler nach, lag aber im Tagestief bei 27.858 Stellen.

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