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Digitalwährungen unter Druck : Verleiher Celsius Network friert Auszahlungen ein

Mit großen Verlusten: Digitalwährungen wie Bitcoin Bild: Reuters

Die Zweifel an den Geschäftsmodellen der Kryptobranche wachsen, was die Kurse weiterhin regelrecht einbrechen lässt. Besonders hart hat es dabei die Digitalwährung Ethereum getroffen.

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          Auf dem Markt für Kryptowährungen herrscht weiterhin große Unruhe. Auch am Mittwoch stehen digitale Vermögenswerte wie Bitcoin oder Ethereum unter Verkaufsdruck. Dafür verantwortlich ist vor allem das sogenannte Celsius Network: Das Unternehmen hat Digitalwährungen angenommen und eine Verzinsung versprochen. Diese Kryptowährungen werden dann wiederum an andere verliehen, die Geschäfte damit machen wollen. Das Volumen soll rund 12 Milliarden Dollar betragen.

          Franz Nestler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das Problem ist nun, dass in diesem Bärenmarkt aktuell viele nur raus wollen aus Bitcoin und Co – und darauf war das Celsius Network nicht eingestellt und musste nun Auszahlungen einfrieren. Ob es jemals wieder weitergeht, ist dabei offen. Besonders brisant ist, dass die amerikanischen Regulierer Kryptoverleihern wie dem Celsius Network bereits enge Fesseln angelegt hatten: Der Otto Normalkunde durfte in den Vereinigten Staaten seit April schon kein Geld mehr anlegen.

          Nervöser Markt

          Trotzdem hat Nuri – eine deutsche Neobank – in einer Kooperation bis zuletzt noch für das Modell geworben. Nuri teilte selbst mit, dass eine geringe Anzahl an Kunden betroffen sei – aber nicht, wie viele. Schon zuvor war mit Titan ein ähnliches System wie beim Celsius Network betroffen.

          Bild: Bloomberg, F.A.Z.-Grafik niro

          Das hat den Markt nervös werden lassen, ob noch mehr Unternehmen ihr Geschäftsmodell auf wackligen Beinen aufgestellt haben. Beispiel Coinbase: Der Kurs der amerikanischen Kryptobörse ist eingebrochen; allein dieses Jahr von rund 230 Dollar auf nur noch knapp über 50 Dollar, fast minus 80 Prozent. 1100 Mitarbeiter sollen entlassen werden. Wie krisensicher das Geschäftsmodell ist, muss sich zeigen – die dortigen Konten wären im Fall der Fälle übrigens nicht geschützt.

          Besonders krass im aktuellen Bärenmarkt hat es dabei die zweitgrößte Digitalwährung Ethereum getroffen, die zeitweise nur noch knapp über der Marke von 1100 Dollar gehandelt wurde – im November letzten Jahres waren es noch mehr als 4800 Dollar. Auch Bitcoin hat nochmals nachgegeben und notierte zeitweise nur noch knapp über der Marke von 21.000 Dollar. Der gesamte Markt für Digitalwährungen ist unterdessen auf rund 950 Milliarden Dollar geschrumpft – das ist ein Minus von fast 50 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vortag.

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