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Bitcoin-Risiken : EU-Aufsichtsbehörden warnen vor Krypto-Werten

Im Blickpunkt: Bitcoin gibt es nicht als Münzen, sondern nur virtuell. Der Krypto-Wert beruht auf Rechnerleistungen. Bild: Reuters

Den Verbrauchern droht nach Ansicht der drei Regulatoren ein Totalverlust. Sorge bereiten ihnen auch irreführende Informationen in den aggressiven Werbekampagnen.

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          Die drei Finanzaufsichtsbehörden der Europäischen Union (EU) haben am Donnerstag eindringlich vor den Risiken von Krypto-Werten wie zum Beispiel Bitcoin gewarnt. In einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärten die Bankenaufsichtsbehörde EBA, die Versicherungs- und Pensionskassenaufsichtsbehörde EIOPA und die Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA, dass viele Kryptowerte sehr riskant und spekulativ seien. Sie seien für die meisten Endverbraucher als Geldanlage oder als Zahlungs- oder Tauschmittel nicht geeignet.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Finanzaufseher begründen ihre aktuelle Warnung mit den zunehmenden Aktivitäten und dem erhöhten Interesse von Verbrauchern an Krypto-Anlagen sowie der aggressiven öffentlichen Werbung dafür. Für Verbraucher bestehe die reale Möglichkeit, ihr gesamtes investiertes Geld zu verlieren, wenn sie diese Vermögenswerte kauften. „Sie sollten gegenüber den Risiken irreführender Werbung, auch über soziale Medien und durch Influencer wachsam sein“, lautet die Botschaft der EU-Aufsichtsbehörden. Ihrer Ansicht müssen Verbraucher besonders vorsichtig sein, wenn ein Produkt schnelle oder hohe Renditen verspricht, insbesondere solche, die zu gut erscheinen, um wahr zu sein.

          Informationskampagne in den sozialen Medien

          Die drei EU-Behörden haben daher gleichzeitig eine gemeinsame Informationskampagne über die sozialen Medien gestartet. Bei Krypto-Anlagen könnten die Verbraucher Schadenersatz oder andere Rechtsansprüche oft nicht oder nur sehr schwer durchsetzen. Denn diese und damit verbundene Produkte und Dienstleistungen fielen in der Regel nicht unter den bestehenden Schutz der aktuellen EU-Vorschriften für Finanzdienstleistungen. Sie seien auch nicht durch Einlagensicherungssysteme der Banken geschützt.

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          Zu den größten Risiken zählen die EU-Aufseher die extremen Preisschwankungen. Der Kurs der mit Abstand bekanntesten Krypto-Anlage Bitcoin ist in den vergangenen zwölf Monaten zwischen 30 000 und 60 000 Dollar geschwankt. Aktuell liegt der Bitcoin-Kurs auf 41 000 Dollar. Nach Ansicht der Aufseher unterliegen viele Krypto-Werte plötzlichen und extremen Preisschwankungen und sind spekulativ, da ihr Preis oft ausschließlich von der Nachfrage der Anleger abhängt. Das führen sie auf die möglicherweise fehlenden anderen Vermögenswerte oder materielle Werte zur Unterlegung zurück.

          Anlass zur Sorge geben ihnen auch irreführende Informationen. Einige Krypto-Anlagen und verwandte Produkte würden aggressiv unter Verwendung von Marketingmaterial und anderen Informationen beworben, die unklar, unvollständig, ungenau oder sogar absichtlich irreführend sein könnten. So könne zum Beispiel Werbung über soziale Medien verkürzt sein mit Schwerpunkt auf den potenziellen Gewinnen, nicht aber auf den damit verbundenen hohen Risiken. Darüber hinaus sehen die Aufseher die Gefahr von Marktmanipulation, weil die Preisfestlegung und die Transaktionen auf Handelsplattformen oft nicht transparent seien.

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