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Krypto-Anlage : Alle Bitcoin zusammen knacken die Billionen-Marke

  • Aktualisiert am

Bitcoin auf dem Höheflug Bild: AFP

Der Sturm auf Bitcoin treibt den Wert der Krypto-Anlage seit Monaten in immer neue Höhen. Nun fällt eine weitere wichtige Wegmarke.

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          Die Krypto-Anlage Bitcoin hat auf ihrer Rekordjagd eine neue Wegmarke erreicht: Erstmals sind laut dem Datenanbieter CoinMarketCap nun alle im Umlauf befindlichen Bitcoin zusammen mehr als eine Billion Dollar wert. Trotz einer kleinen Verschnaufpause am Wochenende ist die Marktkapitalisierung noch nicht wieder unter die am Freitag aufgestellte Marke gefallen; am Montag früh bezifferte CoinMarketCap sie auf 1,05 Billionen Dollar. Übers Wochenende ist der Kurs für einen Bitcoin um 2 Prozent gefallen auf nun 56.260 Dollar. Seit Monatsbeginn hat er um mehr als 60 Prozent zugelegt.

          Vor gerade einmal zwei Monaten hatte der Anlagewert, von dem umstritten ist, ob er wirklich als Devise bezeichnet werden sollte, seine Bestmarke von 2017 übertroffen und die Kursschwelle von 20.000 Dollar durchbrochen. Kurz darauf übersprang sie die Hürden bei 30.000 und 40.000 Dollar und hatte am Dienstag auch die 50.000 geknackt. Die Rally hatte erst richtig Fahrt aufgenommen, als Tesla bekanntgab, 1,5 Milliarden in Bitcoin investiert zu haben. Der Chef des E-Auto-Bauers, Elon Musk, gilt als Fan von Kryptowährungen. Er hatte in den vergangenen Wochen sowohl Bitcoin als auch anderen Internet-Währungen mit positiven Tweets Auftrieb gegeben. Außerdem kündigte der Kreditkarten-Anbieter Mastercard an, sein Zahlungsnetzwerk für Kryptowährungen zu öffnen.

          Analysten warnen vor Risiken

          Während einige Analysten weiteres Aufwärtspotenzial sehen, warnen Kritiker vor den Risiken der hochvolatilen digitalen Währungen, die kaum in der Realwirtschaft genutzt werden, sondern hauptsächlich als Futter für Spekulanten dienen. Die momentanen Kurse seien deutlich höher als der faire Wert, heißt es bei JP Morgan. So seien Krypto-Anlagen „nach wie vor die schlechteste Absicherung für größere Rücksetzer am Aktienmarkt“ mit „fragwürdigen Diversifizierungsvorteilen“ zu Preisen, die weit über den Produktionskosten lägen. Einige Investoren sagten, dass die hohe Volatilität von Bitcoin eine Hürde darstelle, um ein weit verbreitetes Zahlungsmittel zu werden.

          Bitcoin-Befürworter wiederum argumentieren, die Kryptowährung sei „digitales Gold“, mit dem sich Anleger gegen das steigende Inflationsrisiko absichern könnten. Laut JP Morgan müsste Bitcoin jedoch langfristig auf 146.000 Dollar steigen, damit seine Marktkapitalisierung der Summe entspreche, die private Anleger über börsengehandelte Fonds oder Barren und Münzen in Gold investiert hätten.

          Währung ohne Notenbank

          Bitcoin ist eine rein digitale Währung, mit der sich Geld in sekundenschnelle und anonym rund um den Globus schicken lässt. Anders als bei Euro oder Dollar steht hinter ihr keine Notenbank. Daher ist der Kurs allein das Ergebnis von Angebot und Nachfrage.

          Kontrolliert wird die Cyber-Devise, die es seit 2008 gibt, von der Gemeinschaft ihrer Nutzer. Sämtliche Transaktionen werden verschlüsselt in einer gemeinsamen Datenbank, der sogenannten Blockchain, fälschungssicher verbucht.

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