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Mehr Schäden : Krisenschub für Rückversicherer

Hoffentlich versichert: das Ausmaß der Flutschäden in Bad Neuenahr ist gewaltig. Bild: dpa

Die Rückversicherer könnten guter Stimmung sein. Doch ihr Branchentreffen müssen sie zum zweiten Mal virtuell statt in Monte-Carlo abhalten.

          3 Min.

          Üblicherweise säßen seit diesem Montag Hunderte Rückversicherungsmanager und ihre Kunden in mondänen Bars und Hotels und träfen ihre Kunden. Auf dem Branchentreff Rendez-vous de Septembre an der französischen Riviera entsteht auf diese Weise ein globaler Markt mit Teilnehmern von China bis Nigeria und von den Vereinigten bis zu den baltischen Staaten. Diese Manager werden auch in diesem Jahr aktuell viel zu tun haben. Nur findet das Ganze wie schon 2020 virtuell statt. Und so kann man ihnen nicht dabei zusehen, wie sie die Preise für Rückversicherungsschutz zum ersten Januar aushandeln – und nicht zwischendurch den Blick auf Ferraris, Bentleys und Rolls-Royce schweifen lassen, mit denen Kurzzeit-Mieter den Touristen-Pulk vor dem Casino von Monte Carlo beeindrucken.

          Philipp Krohn
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Die Gespräche aber finden statt, und es lässt sich angesichts der Branchenlage erahnen, dass die Stimmung besser ist als in der langen Phase sinkender Preise im vergangenen Jahrzehnt. Die Schäden haben zugenommen. Der für Erstversicherer teure Hurrikan Ida und die Hochwasser-Katastrophe in Deutschland im Juli haben unter Beweis gestellt, dass Rückversicherungsschutz wertvoll ist. Nachdem viele Jahre lang alterative Kapitalgeber für reges Angebot und Druck auf die Preise sorgten, haben Rückversicherer ihre Position verbessert. Um 7 Prozent sei das verfügbare Kapital auf 517 Milliarden Dollar gestiegen, rechnet die Ratingagentur AM Best in ihrem jüngsten Branchenreport vor. „Wahrscheinlich noch bemerkenswerter ist, dass dieser Anstieg vollständig einem Wachstum von traditionellem Rückversicherungskapital zugeschlagen werden kann“, schrieben die Fachleute.

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