https://www.faz.net/-gv6-q0my

Pharma : Egis - robuste Entwicklung trotz Krise

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

Der allgemeine Wirtschaftsoptimismus treibt die Aktienkurse nach oben, obwohl manche der Kursgewinner wenig Substanz bieten. Es gibt aber auch Ausnahmen. Zum Beispiel das ungarische Pharmaunternehmen Egis, das sich robust entwickelt.

          Der allgemeine Wirtschaftsoptimismus treibt die Aktienkurse nach oben. In den vergangenen Wochen konnten vielfach gerade die Aktien jener Unternehmen die stärksten Kursgewinne verbuchen, die die geringste Substanz bieten.

          Allerdings gibt es auch Ausnahmen. Zum Beispiel das ungarische Pharmaunternehmen Egis. Mit einem Kursgewinn von etwas mehr als 90 Prozent seit März auf zuletzt 18.800 Forint konnten sich die Anteilscheine vom Ausverkauf des vergangenen Jahres erholen. Der inzwischen etablierte Aufwärtstrend ist beeindruckend.

          Umsatz- und Gewinnentwicklung wird wieder dynamischer

          Tatsächlich entwickelt sich das Unternehmen operativ robust. Nach leichten Rückschlägen in den vergangenen Monaten zeigt sowohl bei den Erlösen als auch auf der Ertragsseite die Entwicklung wieder nach oben. Während der Umsatz im ersten Quartal des jeweils im September endenden Geschäftsjahres im Vergleich mit der Vorjahresperiode noch um fünf Prozent schrumpfte, legte er im zweiten um 15 Prozent zu. Analysten gehen davon aus, dass die Erlöse im dritten Quartal um 13 und im vierten Quartal um zwölf Prozent zulegen werden.

          Auf der Ertragsseite sieht es noch besser aus. Der Gewinn je Aktien konnte im ersten Quartal um 101 und im zweiten um 92 Prozent gesteigert werden, wenn auch im Vergleich mit relativ schwachen Vorjahreswerten. Im dritten und vierten Quartal soll der Gewinn um 68 und um 20 Prozent gesteigert werden können.

          Die Aktie des Unternehmens ist auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 8,7 und 8,9 sehr vernünftig bewertet. Das Unternehmen hat so gut wie keine Schulden und ist in einem robusten Markt tätig.

          Egis entwickelt und produziert pharmazeutische Produkte und Nahrungsergänzungsmittel und vertreibt sie grundsätzlich weltweit, jedoch primär in Europa. Ein Drittel davon in Ungarn selbst, ein starkes weiteres Drittel in der Euro und knapp ein Drittel im restlichen Europa. In den vergangenen Monaten legten die Umsätze besonders stark in Polen und Russland zu

          Optimistischer Ausblick

          Das Management des Unternehmens blickt optimistisch nach vorne. Der Erlöse im kommenden Geschäftsjahr voraussichtlich im ungarischen Heimatmarkt um acht Prozent zulegen und im Exportgeschäft sogar noch stärker, erklärte Finanzvorstand Laszlo Marosffy zu Beginn des Monats Juli. Im vergangenen Jahr erschloss sich das Unternehmen den türkischen Markt. Man geht davon aus, diesem zu einem der größten Auslandsmärkte ausbauen zu können.

          Gerade in den Märkten Osteuropas haben Generikaprodukte, wie sie Egis zu einem großen Teil herstellt und handelt, eine lange Tradition. In Polen oder Russland machen patentfreie Präparate fast zwei Drittel des Marktes aus. Hier nutzt den Ost-Pharma-Unternehmen ihr etablierter Name, weil Ärzte nicht den Wirkstoff, sondern das jeweilige Markengenerikum verschreiben. Gerade in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion werden auch weiter satte zweistellige Zuwächse erwartet.

          In Osteuropa gilt ein kürzerer Patentschutz als in anderen Teilen der Welt. Generika dürfen dort also schon verkauft werden, wenn dort noch deutlich mehr für die Originale bezahlt werden muss. Da aber in den kommenden Jahren auch im Westen viele Patente auslaufen, haben Anbieter aus Osteuropa schon heute einen zeitlichen Wettbewerbsvorsprung. Aus diesem Grund können sie als Übernahmeziele interessant werden. Insgesamt bietet die Egisaktie zumindest in einem anhaltend positiven Umfeld trotz der Kurgewinne der vergangenen Wochen noch gewisse Reize. Anleger werden jedoch nicht übersehen, dass die Handelsvolumina der Papiere an westlichen Börsen relativ gering sind.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          IAA : Draußen Protest, innen leuchtende Männeraugen

          Wo der SUV noch artgerecht gehalten wird: Unsere Autorin war auf der Automesse unterwegs. Die Autohersteller reagieren auf den zunehmenden Druck mit ihrer elektrischen Charmeoffensive – die Publikumsmagneten findet man jedoch an anderer Stelle.
          Ortsvorsteher der Gemeinde Altenstadt-Waldsiedlung: Stefan Jagsch findet sich damit ab, dass Hitler tot ist.

          NPD-Ortsvorsteher in Hessen : Ein netter Kerl

          In einem Dorf wird ein NPD-Mann zum Ortsvorsteher gewählt. Die Aufregung ist groß, im Ort selbst findet man das nur halb so wild. Eindrücke aus Altenstadt-Waldsiedlung.
          Alexander Gauland im Mai in Berlin

          Bürgerliche AfD? : Gauland wirft Steinmeier Ausgrenzung vor

          Es sei nicht Aufgabe des Bundespräsidenten, Wahlkampf zu machen, kritisiert der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Der hatte der Partei die Bürgerlichkeit abgesprochen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.