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Monats-Performance : Polnische Aktien - beste Rendite im Juli

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Bild: FAZ.NET

Mit polnischen und türkischen Aktien sowie mit dem Kauf von Orangensaft-Kontrakten konnten europäische Anleger im Juli die beste Wertentwicklung erreichen. Dagegen führten Soja-Kontrakte und slowakische Aktien zu Verlusten.

          Der Sommer mag unter Anlegern gemeinhin als langweilig gelten. Immerhin befanden sich in der Vergangenheit in dieser Phase des Jahres viele der maßgeblichen Marktteilnehmer im Urlaub, während die Märkte vom Zufall bewegt vor sich hin mäanderten.

          Dieser Sommer jedoch scheint anders zu sein: In den vergangenen Wochen kam es zu beachtlichen Kursbewegungen, vielfach nach oben. Am besten fuhren die europäischen Anleger, die im Juli auf polnische Aktien setzten. Sie konnten auf Sicht eines Monats nicht nur einem Kursgewinn des WIG 20-Index von rund 15 Prozent profitieren, sondern auch von einer erholenden Aufwertungsbewegung des polnischen Zloty um etwas mehr als sieben Prozent gegen den Euro.

          Polnische und türkische Aktien - die Gewinner des Monats Juli

          An zweiter Stelle steht der türkische Aktienmarkt mit einem Plus von knapp 20 Prozent, wovon knapp vier Prozentpunkte auf einen Währungsgewinn zurückgehen. Die drittbeste Perfomance ließ sich dem Kauf von Terminkontrakten auf Orangensaft erzielen, obwohl der Dollar in den vergangenen vier Wochen gegen den Euro leicht abwertete. Das ist auf Bedenken zurückzuführen, Frost und Trockenheit könnte die Bäume in Florida gestresst und damit die Ernteaussichten gedämpft haben. Dazu kommen die um diese Jahreszeit beinahe schon üblichen Spekulationen auf die Hurrikansaison. Sorgen tropische Stürme von Juni bis November in Florida für größere Schäden in den Orangenhainen, so laufen die Preise regelmäßig deutlich nach oben. Immerhin bauen die Amerikaner hinter Brasilien weltweit die zweitgrößte Menge an. Sie haben den Vorteil, nahe an einem großen Markt operieren zu können.

          Neben tschechischen, rumänischen und indonesischen Aktien konnte auch mit dem Kauf von Kakaokontrakten eine Monatsrendite von mehr als 15 Prozent erzielt werden. Die Nachfrage nach Kakao werde das Angebot in der laufenden Ernteperiode übersteigen, heißt es zur Begründung. Auch mit dem Kauf von Kupfer und dem Gesamtertrag ungarischer Anleihen, der sich aus Wert- und Wechselkursgewinnen zusammensetzt, ließen sich in den vergangenen vier Wochen bessere Renditen erwirtschaften als mit Dax-Werten, die auf ein Plus von elf Prozent kamen.

          Die Verlierersegmente: Soja und slowakische Aktien

          Wer dagegen vor vier Wochen auf Soja, slowakische oder gar nigerianische Aktien setzte, musste Kurs- und Wertverluste von bis zu knapp 14 Prozent in gerade einmal vier Wochen hinnehmen. Auch innerhalb der einzelnen Indizes kam es zu höchst unterschiedlichen Kursentwicklungen. Während die Papiere von Daimler im MSCI Euro im abgelaufenen Monat knapp 28 Prozent zulegten, verloren die Papiere von Nokia knall elf Prozent und während die Aktien der amerikanischen Verlagsgruppe Gannett im S&P 500 um 86 Prozent nach oben liefen, verloren die Papiere des Legierungsherstellers Allegheny Technologies 21 Prozent.

          Mag die Grundstimmung noch so positiv sein, so sind die Kurs- und Wertentwicklungen im Detail höchst unterschiedlich. Willkürliche Diversifikation geht in diesem Umfeld zu Lasten der Rendite. Nicht umsonst zeichnen sich viele erfolgreiche Anleger dadurch aus, sich auf wenige Strategien und Anlageformen zu beschränken. Das aber mit Konzentration und Konsequenz.

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