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Im Gespräch: Andreas Männicke, East Stock : „In Moskau ergeben sich immer wieder Chancen auf Verzehnfachungen“

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Ein Ende der Baisse wird es dann geben, wenn entweder die Weltbörsen zu einer Hausse ansetzen oder sich zumindest die Südeuropabörsen wieder stabilisieren, was ich im Übrigen im nächsten Jahr erwarte. Zudem kommt dann in den Folgejahren wohl doch ein wenig Konvergenzfantasie hinzu, je greifbarer der geplante EU-Beitritt sein wird. Insofern gehören auch diese Länder auf die Überwachungsliste. Anleger können die meisten Länder Südosteuropas über Länder-Zertifikate auf Serbien- oder Kroatien-Baskets /Indices oder die gesamte Region über das SETX-Indexzertifikat abdecken. Falls das westliche Kapital wieder zurückkommen sollte, sehe ich die größten Reboundchancen in Rumänien, was über ein ROTX-Zertifikat möglich ist. Aber auch Bulgarien hat zumindest bei einzelnen Titeln noch Potential, wobei in beiden Ländern die Korruption zurückgedrängt und auch von der EU sanktioniert werden sollte. Dies würde dann auch den Börsen mehr Auftrieb verleihen, die bisher brach liegen.

Was sind aktuell die Favoritenbörsen (inklusive Russland und die GUS-Staaten) und an welchen Börsen sieht es eher schlecht aus?

Russland bleibt mein Favorit, zumal sich hier die liquidesten Werte finden lassen und auch eine Branchenselektion möglich ist. An der Moskauer Börse ergeben sich immer wieder, insbesondere nach Krisen, realistische „Tenbagger-Chancen“, also auf eine Verzehnfachung der Kurse in relativ kurzer Zeit (1-2 Jahren). So haben schon jetzt einige russische Aktien den Wert seit dem Tief in 2008/9 mehr als verzehnfachen können, einige Aktien haben dabei sogar neue Allzeit-Hochs erreichen können. So weisen meine beidem Muster-Baskets im East Stock Trends schon jetzt eine Performance von 171 Prozent im konservativem Portfolio und sogar 284 Prozent im spekulativem Portfolio auf.

Einige Osteuropafondsmanager nehmen immer auch gerne schwergewichtig die Türkei mit in Ihr „Osteuropa-Portfolio“. Wenn man die Geographie nicht so ernst nimmt, dann gehört auch die Türkei weiterhin zu meinen Favoriten, wobei ich hier weiterhin auf Banken setzen werde.

Mein zweiter Favorit unter den im Westen etablierten Börsen bleibt Warschau aufgrund der Branchen Vielfalt und Auswahlmöglichkeiten; zudem ist die Warschauer Börse der aktivste IPO-Platz in Osteuropa. Polen ist auch das einzige Land in Europa, das bisher keine Rezession hinnehmen musste du auch in diesem Jahr mit 3 Prozent überdurchschnittlich wachsen wird. Auch gibt es in Polen schon institutionelle, inländische Anleger wie Pensionskassen, Banken und Versicherungen, die in Aktien investieren und den Markt stabilisieren. Polen wird zudem mit der Ukraine die Fußball-EM in 2012 austragen, was für zusätzliche Impulse sorgen könnte. Aber auch einige Blue Chips in Ungarn und Tschechien gefallen mir nach wie vor, wobei Tschechien wohl das stabilsten Umfeld in den nächsten Jahren bieten wird, in jedem Fall stabiler als in Ungarn, die mit einer neuartigen Bankensteuer die Anleger verunsicherten.

Unter den GUS-Republiken gefällt mir Georgien sehr gut. Der Konflikt mit Russland scheint beigelegt und die Wirtschaft entwickelt sich jetzt wieder sehr positiv. Das einzige Vehikel an westlichen Börsen ist hier allerdings die Bank of Georgia.

In diesem Jahr wird die Börse Kiew wohl - wieder einmal - der Top-Performer unter den Weltbörsen werden. Hier gefallen mir Agrar- und Stahl/Kohleaktien sowie Maschinenbauwerte nach wie vor sehr gut.

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