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Kritik an der Bundesregierung : „Die Zeit drängt“

  • Aktualisiert am

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Autolands Baden-Württemberg Bild: dpa

Der Ministerpräsident des Autolands Baden-Württemberg fordert von der Bundesregierung mehr Tempo beim Umbau der Autoindustrie.

          Baden-Württembergs Ministerpräsident hat seine Kritik an der Autopolitik der Bundesregierung erneuert und Berlin zu mehr Anstrengungen beim Umbau der Autoindustrie aufgefordert. „Die Zeit drängt“, sagte Winfried Kretschmann (Grüne) am Donnerstag in Berlin nach einem Strategiedialog mit Vertretern der Auto- und Energiebranche aus Baden-Württemberg. „Wir müssen konzentriert und schnell zusammenarbeiten.“ Der Bund sei bei vielen Fragen spät dran.

          Gemeinsam mit den Regierungschefs der Autoländer Niedersachsen und Bayern hatte Kretschmann dem Bund bereits vor einem Monat vorgeworfen, es seien bisher zu viele Ziele verfehlt worden. Der Bund müsse Rahmenbedingungen schaffen, damit auch in Zukunft das Auto in Deutschland vom Band rolle. „Den Druck haben wir damit enorm erhöht“, sagte Kretschmann mit Blick auf das gemeinsame Vorgehen der drei Länder. Er habe den Eindruck, dass nun auf Bundesebene etwas in Gang komme.

          Die Autoindustrie befindet sich in einem grundlegenden Wandel hin zu klimafreundlicheren Antrieben. Der Aufbau der Elektromobilität aber verläuft bisher schleppend. Das liegt auch daran, dass es bisher keine flächendeckende Ladeinfrastruktur gibt.

          Beim Aufbau einer Industrie für Elektroautos ist Deutschland auf ausländische Hilfe angewiesen. Der chinesische Hersteller CATL will noch in diesem Herbst mit dem Bau seiner geplanten Batteriezellen-Fabrik für Elektroautos nahe Erfurt beginnen.

          Der erste Spatenstich könne nach Erteilung der entsprechenden Umweltgenehmigungen voraussichtlich Mitte oder Ende September erfolgen, sagte der Europa-Chef von CATL,
          Matthias Zentgraf, am Donnerstag auf dem Branchentag Automotive Thüringen.

          In den kommenden fünf Jahren plane der chinesische Konzern aufgrund der wachsenden Nachfrage Investitionen von 1,8 Milliarden Euro in Thüringen. Zunächst waren 240 Millionen Euro angepeilt worden. Mittelfristig soll die Fabrik 2000 Mitarbeiter beschäftigen.

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