Krisenbank :
Kreditwürdigkeit von Credit Suisse sinkt

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Das Logo der Credit Suisse an einem Bürogebäude in Zürich: Die Bank muss sich im gegenwärtig schwierigen Umfeld sanieren.
Die Ratingagenturen Moody’s und S&P stufen ihre Bonitätsnoten des Instituts zurück. Gleichzeitig erwägt Qatar eine Aufstockung seiner Beteiligung.

Die Ratingagenturen Moody's Investors Service und S&P Global haben die Bonitätsnoten der Credit Suisse nach der Ankündigung eines tiefgreifenden Sanierungsprogramms zurückgestuft. So senkte Moody's das langfristige Rating der Schweizer Großbank um eine Stufe von „A2“ auf „A3“. Der Ausblick für eine ganze Reihe von Ratings bleibe negativ, teilte die Agentur mit. Moody's begründete die Rating-Senkungen mit den Risiken bei der Umsetzung des Konzernumbaus.

Die Komplexität der Ausgliederung der Investmentbank und der gleichzeitigen Abwicklung von weiteren Geschäftsbereichen werde lange dauern und berge ein hohes Risiko, dass wichtige Mitarbeiter und Kunden die Bank verlassen könnten. Dazu komme das sich eintrübende Konjunkturumfeld. S&P Global stufte das langfristige Rating von „BBB“ auf „BBB-“ herab. Damit befindet sich Credit Suisse gerade noch im investitionswürdigen Bereich. Ratings unter „BBB-“ gelten am Anleihemarkt als Ramschbereich. Auch die S&P-Analysten begründeten ihre Entscheidung mit den Risiken des Konzernumbaus in dem gegenwärtig schwierigen Wirtschafts- und Marktumfeld.

Trotzdem soll der Staatsfonds von Qatar einem Medienbericht zufolge eine Erhöhung seiner Beteiligung an der krisengeplagten Credit Suisse erwägen. Die Qatar Investment Authority (QIA) wolle Seite an Seite mit der Saudi National Bank an der Aktienplatzierung der Schweizer Großbank teilnehmen, wie die „Financial Times“ am Mittwoch unter Berufung auf Insider berichtete. Credit Suisse will sich früheren Angaben zufolge mit einem Bezugsrechtsangebot für bestehende Aktionäre und einer Platzierung bei Profi-Anlegern insgesamt 4 Milliarden Franken besorgen.

Die Saudi National Bank hat bereits angekündigt, an der Aktienplatzierung teilnehmen zu wollen. Dem Zeitungsbericht zufolge sind auch QIA und zwei weitere Investoren dabei. Bei dem dritten Investor handle es sich um eine Schweizer Gruppe, jedoch nicht um eine konkurrierende Bank. Der mit einem Anteil von 10 Prozent größte Investor, das US-Fondshaus Harris Associates, werde sich nicht an der Aktienplatzierung beteiligen, dürfte aber im Rahmen der Bezugsrechtsemission weitere Aktien kaufen, hieß es weiter.

QIA hält rund 5 Prozent an Credit Suisse. Die Olayan Group, eine Investmentgesellschaft im Besitz einer reichen saudischen Familie, werde sich voraussichtlich ebenfalls nicht an der Aktienplatzierung beteiligen, aber ihren Anteil von rund 5 Prozent an der Bank durch die Teilnahme an der Bezugsrechtsemission beibehalten. Die Saudi National Bank (SNB) werde mit ihrem Anteil die Schwelle von 10 Prozent nicht überschreiten, um Komplikationen mit der Schweizer Aufsichtsbehörde zu vermeiden, berichtet die „Financial Times“. Nach den beiden Kapitalerhöhungen kämen SNB, QIA und Olayan zusammen auf 20 bis zu 25 Prozent der Credit-Suisse-Aktien.