https://www.faz.net/aktuell/finanzen/kreditkarten-nicht-nur-im-geldbeutel-eine-gute-wahl-17778737.html

Scherbaums Börse : Kreditkarten: Nicht nur im Geldbeutel eine gute Wahl

  • -Aktualisiert am

Es wird mehr mit Karte gezahlt. Bild: dpa

Die beiden großen Kreditkartenanbieter Mastercard und Visa haben mit ihren Produkten das Zahlungsverhalten vieler Menschen nachhaltig verändert. Diese Entwicklung spiegelt sich auch bei den Aktien der beiden Unternehmen wider.

          4 Min.

          Es gibt Werbeslogans, die bleiben hängen, weil sie zum Produkt einfach sehr gut passen und dieses gut rüber bringen. In den 1990er-Jahren gab es zwei solche aus dem Finanzbereich. „Es gibt Dinge, die kann man nicht kaufen. Für alles andere gibt es Mastercard“ und „Visa. Die Freiheit nehm ich mir.“ Beide Slogans waren mit entsprechenden Werbe-Videos versehen, die klar die Botschaft übermittelten: Du kannst Dir als Verbraucher mit einer Kreditkarte alles (oder vieles) leisten.

          Die Welt zahlt mit Plastikgeld

          Damals war eine Kreditkarte noch nicht so ein gängiges Bezahlmittel, wie es die Plastikkarte heute ist. Gerade die Corona-Pandemie hat das Zahlverhalten der Verbraucher in aller Welt massiv verändert. Laut der Deutschen Bundesbank wurden von allen erfassten Zahlungen hierzulande an der Ladenkasse, in der Freizeit, im Onlinehandel und bei weiteren Zahlungsanlässen 30 Prozent mit einer Karte getätigt. In der Zahlungsverhaltensstudie von 2017 lag dagegen der Wert noch 9 Prozentpunkte niedriger.

          Von diesem Trend profitieren die großen Kreditkartenanbieter Mastercard und Visa, natürlich nicht nur in Deutschland. Auf der ganzen Welt sind die beiden Großen der Branche aktiv. Vor allem auf die Kauflaune der Amerikaner konnten sich seit jeher Mastercard und Visa verlassen. Allerdings müssen die beiden Unternehmen auch darauf schauen, dass die Menschen viel reisen und dabei eben auch das ein oder andere Mal mit Plastikgeld bezahlen. Im Zuge der Corona-Krise erhielt gerade dieser Bereich einen Dämpfer. Die jüngsten Quartalsberichte beider Unternehmen zeigen jedoch, dass sich die Reise- und Tourismusaktivitäten erholen, auch wenn die Omikron-Covid-19-Variante einige Fragen bereithält.

          Vorkrisenniveau schon wieder erreicht

          Laut Mastercard-Chef Michael Miebach hat der Konzern im vierten Quartal 2021 bei den grenzüberschreitenden Zahlungen schon wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Diese stiegen zwischen Oktober und Dezember im Vorjahresvergleich währungsbereinigt um 53 Prozent an. Konzernweit legten die Erlöse um 28 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar zu. Zum Ende des Jahres und Anfang Januar 2022 habe sich jedoch Omikron negativ auf die grenzüberschreitenden Zahlungen ausgewirkt. Bei Mastercard ist man allerdings der Ansicht, dass dieser Effekt nicht lange anhalten sollte. Miebach glaubt, dass der internationale Tourismus bis zum Ende dieses Jahres sein Vorkrisenniveau erreicht haben sollte.

          Unser Autor Christoph Scherbaum ist Börsenfachmann und arbeitet als Finanzjournalist aus Ludwigsburg.
          Unser Autor Christoph Scherbaum ist Börsenfachmann und arbeitet als Finanzjournalist aus Ludwigsburg. : Bild: Christoph Scherbaum

          Ein ähnliches Bild ergab sich auch beim Blick auf die jüngsten Quartalsergebnisse des Konkurrenten Visa. Im Dezember-Quartal verbuchte dieser ein Umsatzplus von 24 Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar, während der Nettogewinn um 27 Prozent auf 4,0 Milliarden Dollar zulegte. Für diese positive Entwicklung machte das Management neben der Erholung bei grenzüberschreitenden Zahlungen auch das Wachstum im Bereich E-Commerce sowie die allgemeine wirtschaftliche Erholung verantwortlich. Ähnlich wie beim Rivalen Mastercard ist man auch bei Visa der Ansicht, dass der derzeitige Anstieg bei den Corona-Fällen die wirtschaftliche Erholung nicht aus der Bahn werfen dürfte.

          Es lebe der E-Commerce-Boom

          Covid-19 und die globalen Reiseaktivitäten sind jedoch nicht die einzigen Aspekte, die Visa, Mastercard und andere Branchenvertreter umtreiben. Es gibt zuhauf wichtige Hausaufgaben, die die Branche zu erledigen hat. Da wäre weit vorne auf der Liste die Digitalisierung. Sie ist in vollem Gange. Auch wenn Bargeld nicht als Corona-Überträger bekannt ist, dürfte die Bereitschaft vieler Menschen in der Pandemie gestiegen sein, bargeldlos zu bezahlen. Studien wie beispielsweise von Branchenverband Bitkom belegen dies. Daher beschäftigen sich Mastercard, Visa & Co inzwischen mit immer mehr Bereichen abseits des klassischen Kreditkartengeschäfts wie dem sogenannten Issuing oder Acquiring.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Das Kapitol in Washington, vom Supreme Court aus gesehen

          Urteil des Obersten Gerichts : Amerikas Klima-Versager

          Der Supreme Court macht deutlich: Klimapolitik ohne Kongress geht nicht. Seine Entscheidung ist nachvollziehbar – was allerdings nicht tröstet.
          Hat Corona – und hat recht: Hubert Aiwanger

          Fraktur : Ausgerechnet Aiwanger!

          Ist es besser, Corona vom bayerischen Wirtschaftsminister zu bekommen als von Martin Semmelrogge? Oder ist schon die Frage ungehörig?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.