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Kredikarten-Fintech : Start-up Pliant expandiert in vier Länder

Der Chef und Mitgründer des Kreditkarten-Start-ups Pliant, Malte Rau, macht im F.A.Z.-Interview die Expansionspläne öffentlich. Bild: Pliant

Der Markteintritt in den Niederlanden, Luxemburg, Portugal und Finnland steht unmittelbar bevor, sagt Chef und Mitgründer Malte Rau im Gespräch mit der F.A.Z. Zwei weitere Länder sollen bald folgen.

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          Das Start-up Pliant erschließt sich neue Märkte. „Wir werden in Kürze in vier weiteren Ländern, den Niederlanden, Luxemburg, Portugal und Finnland, tätig werden“, sagte Malte Rau, Chef und Mitgründer des in Berlin ansässigen Unternehmens, im Gespräch mit der F.A.Z.

          Archibald Preuschat
          Redakteur in der Wirtschaft

          Das im Jahr 2020 gegründete Unternehmen versorgt Start-ups und kleine sowie mittelständische Unternehmen mit Firmenkreditkarten. Das ist eigentlich eine Bankdienstleistung, die von den Instituten aber nur langsam oder gar nicht erbracht wird. „Bestes Beispiel war die Corona-Pandemie. Von heute auf morgen mussten alle Mitarbeiter ins Homeoffice. Gerade im Marketingbereich ist eine Kreditkarte aber unerlässlich“, sagt Rau. Gerade Marketingkampagnen, etwa bei Google und Facebook, erfordern Kreditkartenzahlungen.

          Nachfragen bei Großbanken ergaben, dass diese sich in der Tat schwertun, gerade Start-ups Firmenkreditkarten auszustellen. „Es hängt immer vom einzelnen Unternehmen ab. Schließlich ist aber jede ausgegebene Kreditkarte eine eingeräumte Kreditlinie“, heißt es auf Nachfrage aus einer Großbank. „Hinzu kommt, dass unsere Lösung erlaubt, jede von Mitarbeitern getätigte Zahlung in Echtzeit buchhalterisch abzubilden“, sagt Rau.

          Das könnte ein Grund sein, warum Pliant Rau zufolge bislang kaum eine missbräuchliche Nutzung der Firmenkreditkarten feststellen konnte. Als weiteren Vorteil der Lösung von Pliant sieht Rau zudem, dass die Kreditkarten auch mit dem Hausbankkonto verknüpft werden können. „Die wenigsten unserer Kunden haben eine Bankverbindung mit einer Neobank, allein schon, weil Finanzierungen bei klassischen Banken einfacher sind. Unsere Hausbank ist die Commerzbank“, sagt Rau im Interview.

          Die neuen Märkte hat sich Pliant, das nicht über eine eigene Banklizenz verfügt, sondern mit der Varengold Bank zusammenarbeitet, mit Bedacht ausgesucht: „Die Niederlande und Portugal sind sehr technologieaffine Länder. Das gilt auch für Finnland, das zudem über eine faszinierende Indus­trie verfügt. Luxemburg ist interessant, weil es häufig übersehen wird“, erläutert Rau, der auch den baldigen Markteintritt in zwei weitere Länder ankündigt, aber noch keine Details nennt.

          Bislang ist Pliant in Deutschland und Österreich tätig. Größte Investoren sind ALSTIN, ein zur Gruppe von Carsten Maschmeyer gehörender Wagniskapitalgeber mit knapp über 10 Prozent, das österreichische Family Office Saber mit knapp unter 10 Prozent, Neosfer, ehemals Main Incubator, der Wagniskapitalgeber der Commerzbank , sowie Embedded Capital, hinter der Fintech-Investor Ramin Niroumand steht.

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