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Kostspieliger Genuss : 16.1 00 Euro für einen Riesling

Weinlese im Rheingau: Deutscher Riesling kann hohe Preise erzielen. Bild: Julia Zimmermann

Da staunen selbst Weinkenner: Auf einer Auktion in Bad Kreuznach zahlt ein Käufer für eine Flasche einen beachtlichen Preis. Insgesamt sind deutsche Weine sehr gefragt.

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          Ungläubiges Staunen verrieten viele Blicke im Bad Kreuznacher Cineplex, als am vergangenen Samstag der Hammer nach einem Bietergefecht erst bei einem Preis von 16.100 Euro für eine Flasche Pettenthal Jahrgang 2020 des Flörsheimer Weinguts Keller fiel. Vor der Auktion war es für die Kenner kein Geheimnis, dass der Ausrufpreis von 600 Euro nur eine symbolische Bedeutung besaß, denn das in Rheinhessen ansässige Weingut Keller ist in der Branche seit Jahren für eine enge Vernetzung mit einer zahlungskräftigen internationalen Kundschaft bekannt.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

          Die Parzelle Pettenthal bei Nierstein umfasst zudem nicht einmal ein Drittel Hektar. Wegen des trockenen Augusts waren die Erntemengen im vergangenen Jahr überdies sehr gering. Natürlich begünstigten auch das knappe Angebot sowie das große Flaschenformat den hohen Preis. Denn unter Los 26 wurden lediglich drei Flaschen im Format Doppelmagnum (3 Liter) angeboten. Dennoch übertraf der Zuschlagspreis noch einmal deutlich die Erwartungen.

          Das Renommee eines bekannten Weinguts, ein bewusst knappes Angebot in einem nicht alltäglichen Format sowie das seit Jahren beobachtbare Interesse auch internationaler Käufer für deutschen Riesling hatten zuvor schon den Preis für eine Doppelmagnum-Flasche Zeller Kreuzberg Jahrgang 2020 des ebenfalls rheinhessischen Weinguts Battenfeld Spanier auf 8100 Euro getrieben. Das Weingut hatte lediglich zwei Flaschen für die Auktion zur Verfügung gestellt, von denen eine für den deutschen und eine für den internationalen Markt vorgesehen war.

          Veranstalter der erstmals seit 2019 wieder vor Publikum ausgetragenen Veranstaltung waren die an der Nahe ansässigen Mitglieder des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter (VDP). Angeboten wurden aber auch Weine von Gütern aus Rheinhessen, der Pfalz und von der Ahr. Gefragt waren auch nicht nur Raritäten: Der gesamte Zuschlagspreis betrug knapp 1,7 Millionen Euro, von dem annähernd die Hälfte auf Weine des Guts Keller entfiel.

          Am Tag zuvor hatte in Trier eine Auktion des „Großen Rings“ stattgefunden, dem VDP-Mitglieder von der Mosel, der Saar und der Ruwer angehören. Auch in Trier wurden überwiegend junge Rieslinge aus Großen Lagen angeboten. Der Zuschlagspreis belief sich auf etwas mehr als 1,7 Millionen Euro. Hier erhielt eine Trockenbeerenauslese von Maximin Grünhaus (Jahrgang 2018) mit 7850 Euro den höchsten Zuschlag. Weinversteigerungen besitzen in Deutschland eine große Tradition: So wurde die Auktion in Trier schon zum 134. Mal veranstaltet.

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