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Schub für die Karte : Bezahlen in Zeiten von Corona

Viele Händler nehmen Bargeld nur noch sehr ungern an. Bild: dpa

Durch die Krise ändern sich auch unsere Gewohnheiten, was unser Verhalten an der Kasse angeht. Es wird immer häufiger kontaktlos gezahlt, dagegen wird Bargeld lieber gehortet.

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          Die Kartenzahlung und das kontaktlose Bezahlen erleben offenbar durch die Corona-Krise in Deutschland einen Schub. Zwar stieg in der ersten Woche nach dem 16. März die Nachfrage nach Bargeld, weil die Folgen des Virus auch in Deutschland zu spüren waren und die Geldautomaten so stark besucht wurden, dass manche Banken die Bargeldauszahlung vorübergehend begrenzten. Ralf Wintergerst, Vorsitzender der Geschäftsführung des Banknotendruckers und Sicherheitsdienstleisters Giesecke + Devrient (G+D), kennt solche Situationen: „In Krisen steigt die Nachfrage nach Bargeld; nicht weil die Menschen es zum Bezahlen benutzen, sondern um es auf die Seite zu legen.“

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Rüdiger Köhn
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.
          Franz Nestler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Doch die angespannte Lage und die neuen Vorsichtsmaßnahmen in den Supermärkten haben offenbar auch die Zahlungen mit Karten begünstigt. Nach Angaben der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) liegt der Anstieg der Transaktionszahlen mit der Girocard in der Krise bei ungefähr 50 Prozent. Das gehe zumindest aus einer Statistik des IT-Dienstleisters für Girocard hervor, sagte ein Sprecher – die endgültigen Nutzungszahlen lägen noch nicht vor. Mehr als die Hälfte aller Zahlungen mit Girocard werde jetzt kontaktlos abgewickelt, noch im Dezember seien es lediglich 35 Prozent gewesen.

          Als eine Maßnahme zur Begünstigung der Kartenzahlung hatten die Anbieter sowohl für die Girocard als auch für die Mastercard die Grenze, bis zu der kontaktlos ohne Eingabe der Geheimzahl Pin gezahlt werden kann, von 25 auf 50 Euro erhöht. Visa erlaubt solch ein Limit schon seit dem Jahr 2017, ob es dann genutzt wird, liegt allerdings bei der Bank.

          Kontaktlos bevorzugt

          Viele Händler wollen offenbar im Augenblick lieber, dass bei ihnen an der Kasse, an der die Mitarbeiter hinter einer Plexiglasscheibe sitzen, die Kunden mit Karte zahlen. „Es gibt in der Tat eine Präferenz bei den Händlern, die ihre Geschäfte öffnen dürfen, die auch von den Kunden angenommen wird“, sagte Ulrich Binnebößel vom Einzelhandelsverband HDE. Händler sprächen von einer Steigerung um bis zu 65 Prozent: „Hygienische Argumente kommen dem Trend entgegen.“ Auch wenn Bargeld nicht nachweislich zur Infektion beitrage, wie die Bundesbank hervorgehoben hat, hätten Händler ein Interesse an einer schnellen Kassenabwicklung und einer Distanzwahrung zwischen Kunde und Kassenmitarbeiter, sagte Binnebößel.

          Edeka beispielsweise berichtet von einem „leichten Anstieg“ der Bezahlvorgänge mit der unternehmenseigenen Edeka-App auf dem Smartphone, zudem würden alle bargeldlosen Bezahlarten, vor allem die Girocard, stärker genutzt. Aus einzelnen Geschäften wird sogar berichtet, dass die Händler gar kein Bargeld mehr annehmen wollten oder eine Barzahlung erst nach längeren Diskussionen möglich gewesen sei.

          Solche Nachrichten kamen zum Beispiel aus einer Aldi-Süd-Filiale, worauf eine Konzern-Sprecherin den Konflikt etwas zu entschärfen versuchte, indem sie auf die Bemühungen des Unternehmens um die Hygiene verwies: Man animiere lediglich die Kunden, verstärkt kontaktlos und mit Karte zu zahlen. Auch in regionalen Diskussionsforen im Internet gab es Debatten darüber, in welchen Geschäften man im Ort noch mit Bargeld zahlen könne. Solche Sorgen scheinen aber übertrieben zu sein, denn viele Händler nehmen offenbar lieber Karte, aber gleichzeitig Bargeld.

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