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Konnichiwa aus Tokio : Neue Ideen für die atomare Zukunft Japans

Tokio mit dem Fuji Bild: AFP

Japan will die Atomindustrie neu ordnen. Denn Tepco droht in den Kosten der Fukushima-Katastrophe zu versinken und das könnte die Stromversorgung von Olympia 2020 gefährden.

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          In der japanischen Regierungspartei gibt es neue Überlegungen, wie die Zukunft der Atomindustrie in dem ostasiatischen Land aussehen könnte. Wie der Vorsitzende des energiepolitischen Arbeitskreises der Liberaldemokratischen Partei (LDP) von Regierungschef Shinzo Abe, Taku Yamamoto, am Mittwoch in Tokio in einem Interview sagte, sollen alle 50 Atomreaktoren Japans künftig von einer einzigen Gesellschaft betrieben und kontrolliert werden. Anteilseigner des neuen Atomkonzerns sollen die neun Energiekonzerne werden, die jetzt über Gebietsmonopole den japanischen Strommarkt dominieren. Hinzu kommen zwei weitere Unternehmen, die atomare Einrichtungen betreiben. Die Regierung soll den neuen atomaren Großkonzern technisch und finanziell unterstützen, sehen die Pläne der LDP vor.

          Sorge um Strom für Olympia 2020

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Ein Teil der Gewinne des neuen Konzerns soll dazu verwendet werden, die Kosten der Aufräumarbeiten auf den Gelände der havarierten Atomreaktoren im Kraftwerk Fukushima Daiichi zu tragen. Schätzungen gehen von Kosten in Höhe von mehr als 11 Billionen Yen (rund 82 Milliarden Euro). Die Sorgen der Regierung sind groß, dass der Betreiberkonzern der havarierten Reaktoren, die Elektrizitätswerke von Tokio (Tepco), durch die hohen Kosten in die Insolvenz getrieben werden könnte. Der neue Großkonzern würde Tepco helfen, die stetig weiter wachsenden Kosten der Atomkatastrophe in Fukushima zu tragen. Auch die Energieversorgung Tokios, das 2020 die Olympischen Sommerspiele ausrichtet, wäre mit der neuen Konstruktion gesichert, hoffen die Energiepolitiker der LDP.

          Regierung will Monopole knacken

          Derzeit sind alle 50 Atomreaktoren des Landes abgeschaltet. Zwar haben die Energiekonzerne bei der neuen japanischen Atomaufsicht bereits Anträge eingereicht, einen Teil der Reaktoren wieder ans Netz gehen zu lassen, in diesem Jahr dürfte mit einer Entscheidung aber nicht zu rechnen sein. Regierungschef Shinzo Abe hat für die gerade begonnene Sitzungsperiode bereits einen Gesetzentwurf eingebracht, der vorsieht, die Regionalmonopole der Energieunternehmen wie Tepco zu brechen. Dazu will die Regierung Stromerzeugung und Netze trennen. Die Kunden bekämen dann die Möglichkeit, erstmals zwischen unterschiedlichen Anbietern in ihrer Region zu wählen.

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