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Länder könnten ausscheren : Zweifel an der Opec-Einigung

Videokonferenz der Opec-Staaten Bild: AFP

„Historisch“ nennen Fachleute die Opec-Einigung. Doch ob der Preis jetzt steigt, ist noch nicht ausgemacht. Die Verlockung könnte für die Mitglieder zu groß sein.

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          Die Ölstaaten haben es spannend gemacht. Nach vielem Hin und Her und einer elfstündigen Videokonferenz ist jetzt eine Kürzung der Ölförderung um fast 10 Millionen Fass am Tag vereinbart worden. Viele Fachleute sprechen von einem historischen Ereignis.

          Bedeutet das aber, dass der gewaltige Nachfrage-Einbruch am Ölmarkt durch die Coronakrise mit Hilfe einer geringeren Ölförderung ausgeglichen wird und Öl dauerhaft wieder deutlich teurer wird? Daran kann man Zweifel haben.

          Große Anreize

          Die Vergangenheit hat gezeigt, dass internationale Kartelle wie dieses hohe Anreize zum Trittbrettfahren setzen: Für jedes einzelne Land ist es attraktiv, mit einem gemeinsamen Beschluss den Ölpreis hochzutreiben, und dann aber doch mehr zu fördern als vereinbart. Zumal die Sanktionsmöglichkeiten der Opec beschränkt sind.

          Eine Sondersituation gibt es in den Vereinigten Staaten: Dort ist die Ölförderung privatwirtschaftlich organisiert mit vielen einzelnen Unternehmen. Die haben zuletzt weniger gefördert, weil es nicht viel fürs Öl gab. Sollte der Preis jetzt vorübergehend steigen, nimmt für sie der Anreiz zu, wieder mehr zu bohren und zu pumpen.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

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