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2,5 Prozent Inflation : Inflationskalküle

Inflationstreiber: Der Benzinpreis ist auf Jahressicht um mehr als 25 Prozent gestiegen. Bild: dpa

Vor allem Energie hat sich auf Jahressicht stark verteuert. Zum Teil war das politisch beabsichtigt. Spannend wird, ob all das auch Auswirkungen auf die Löhne hat.

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          Es war zu befürchten gewesen: Die höheren Rohstoffpreise machen sich auch in den Verbraucherpreisen bemerkbar. Der „Wirtschaftsweise“ Volker Wieland hat das schön am Beispiel der Getränkedose im Supermarkt illustriert, die nach einem Anstieg der Metallpreise irgendwann auch teurer wird.

          Jetzt erreicht die Inflation in Deutschland 2,5 Prozent. Das ist ein Zehnjahreshoch. Und dabei wird es nicht bleiben. Für den weiteren Jahresverlauf rechnet die Deutsche Bundesbank mit monatlichen Inflationsraten von bis zu 4 Prozent. Das muss nicht dramatisch sein, wenn es vorübergeht, verdient aber genauer Beobachtung.

          Für die Entwicklung der Verbraucherpreise im Mai spielen die Energiepreise die entscheidende Rolle. Der Ölpreis stieg nach dem Einbruch zu Beginn der Pandemie etwa wieder auf das Vorkrisenniveau. Das ist also eine Form von Inflation, die mit der Erholung der Wirtschaft zu tun hat.

          Tariflöhne nur um 1,3 Prozent gestiegen

          Hinzu kommt eine gleichsam durch den Klimaschutz bedingte Form von Inflation. Der CO2-Preis hat Energie in Deutschland seit dem Jahresbeginn - politisch gewollt - verteuert. Rund um das Thema Urlaub beispielsweise gibt es zudem Preiserhöhungen, die vor allem der Wiederöffnung geschuldet sind. In der Gastronomie wird es ähnlich sein.

          Spannend wird, ob all das auch Auswirkungen auf die Löhne hat. Wenn nicht, könnte es ärgerlich für Arbeitnehmer werden, die für alle möglichen Dinge mehr zahlen müssen, aber nicht mehr verdienen. Wenn doch, könnte unter Umständen eine Spirale aus höheren Löhnen und Preisen einsetzen.

          Im ersten Quartal jedenfalls sind die Tariflöhne in Deutschland laut Statistischem Bundesamt im Schnitt lediglich um 1,3 Prozent gestiegen. Schwer vorstellbar aber, dass die Gewerkschaften nicht zumindest versuchen werden, bei kommenden Tarifverhandlungen höhere Inflationsaufschläge durchzusetzen. Die Frage ist nur, ob ihnen das angesichts der Wirtschaftslage gelingt.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

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