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Hauptversammlung Wirecard : Vorwürfe beherzigen

Wirecard-Chef Markus Braun muss sich einiges an Kritik gefallen lassen. Bild: dpa

Markus Braun hat die Zügel bei Wirecard fest in der Hand. So erfolgreich er sein mag - den Ruf der Aktionäre nach weniger Machtkonzentration und mehr Transparenz sollte er hören.

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          Eine Hauptversammlung ist immer auch eine Rückschau. Und im Fall der Wirecard AG kam zuletzt einiges zusammen: Dax-Aufstieg mit höherer Börsenbewertung als die Deutsche Bank, zweistellige Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn, aber auch schwere Vorwürfe um Betrug, Kontomanipulation und Geldwäsche in einer Niederlassung in Singapur, einhergehend mit Kurskapriolen der Aktie und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

          Doch Vorstandschef Markus Braun wollte sich vor den Aktionären des Zahlungsabwicklers nicht lange mit der Vergangenheit aufhalten. Ihm sind die Aussichten auf den Zahlungsverkehr von morgen wichtiger, das mobile und bargeldlose Bezahlen, das dem jungen Unternehmen einen Umsatzsprung von heute 1,5 auf bald 10 Milliarden Euro bescheren soll. Tatsächlich hat Wirecard in der Softwareentwicklung viel erreicht, besitzt etwa Lizenzen mit Apple, Alipay, Google und etlichen Smartphoneherstellern.

          In dem rasanten Wachstum liegt gleichwohl die Gefahr, dass Braun, so engagiert und akribisch er auch arbeiten mag, sich und das Unternehmen überfordert. Viele Aktionäre fordern den Wirecard-Chef zum Abbau der Machtkonzentration und zu mehr Transparenz auf. Braun sollte daraus die richtigen Lehren ziehen. Die Singapur-Affäre hat Wirecard wohl überstanden, die Vorwürfe der Aktionäre sollte das Unternehmen aber beherzigen.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

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