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Commerzbank-Stellenabbau : Vorruhewahnsinn

  • -Aktualisiert am

Die Zentrale der Commerzbank Bild: dpa

Die zwischen Vorstand und Betriebsrat der Commerzbank vereinbarten Bedingungen zum Ausscheiden Tausender Mitarbeiter sind nicht nur für die Bank teuer, sondern für uns alle.

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          Als der Vorstand der Commerzbank zum Jahresanfang seine Pläne für den Abbau von 9000 Arbeitsplätzen und damit jeder dritten Stelle im Inland bekannt gab, war klar: Betriebsbedingte Kündigungen sind kaum vermeidbar. Jetzt haben sich Vorstand und Betriebsrat der seit Winter 2008/2009 teilverstaatlichten Bank auf einen Sozialplan verständigt, der genau das verhindern soll.

          Statt betriebsbedingter Kündigungen haben sie Regeln für das „freiwillige Ausscheiden“ ausgehandelt, die nicht nur die Bank, sondern auch die Volkswirtschaft teuer zu stehen kommen. Während die meisten Arbeitnehmer mit 67 Jahren oder bald noch später in Rente gehen sollen, erlaubt die Commerzbank ihren Mitarbeitern den Vorruhestand schon mit 56 Jahren und zahlt ihnen munter sieben Jahre lang 70 Prozent des letzten Bruttogehalts weiter. Die Mitarbeiter werden mit einer Prämie von 30.000 Euro zum Abschluss gelockt.

          Allerdings müssen die Mitarbeiter mit hohen Rentenabschlägen rechnen. Und der Volkswirtschaft gehen Tausende Arbeitskräfte weitgehend verloren, weil sie im Vorruhestand anderswo nur geringfügig beschäftigt arbeiten dürfen. Das Wort „Wahnsinn“ kommt einem in den Sinn, zumal: Betriebsbedingte Kündigungen sind in der Commerzbank nur zwei Jahre lang ausgeschlossen.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

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