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Kommentar zum Adyen-Börsengang : Bankenschreck

Dort startete Adyen am Mittwoch: Die Börse Euronext. Bild: Reuters

Der furiose Börsenstart des Bezahldienstleisters Adyen ist nicht nur für die neuen Aktionäre ein bedeutendes Ereignis. Sondern vor allem für die alt eingesessenen Banken.

          Eine Kursverdoppelung schon am ersten Börsentag ist ein seltenes Ereignis. Gelungen ist dies am Mittwoch dem niederländischen Zahlungsdienstleister Adyen, dessen Börsenwert mit einem Schlag jenen der alt eingesessenen Commerzbank übertrifft, die sich unter ihrem rührigen Vorstandsvorsitzenden Martin Zielke alle Mühe gibt, die Chancen der digitalen Revolution für sich zu nutzen.

          Natürlich weiß heute niemand, ob Adyen seinen Aktionären auf Dauer Freude bereiten wird, aber das furiose Börsendebüt des vor zwölf Jahren in Amsterdam gegründeten Unternehmens verdeutlicht, dass Finanzwerte für die Börse durchaus attraktiv sein können. Wenig attraktiv wirken hingegen viele europäische Großbanken mit zwar langer Geschichte, aber wenig beeindruckenden Geschäftserfolgen in der jüngeren Vergangenheit.

          Die traditionellen Banken müssen aufpassen, dass ihnen in den kommenden Jahren im Zahlungsverkehr nicht erhebliche Marktanteile verloren gehen. Denn mag der Zahlungsverkehr an sich für viele von ihnen nicht sehr rentabel sein, so nutzen ihn viele Banken noch als Türöffner für weitere Geschäfte. Die Frage, wofür traditionelle Banken künftig noch gebraucht werden, kann sich schneller stellen als gedacht.

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