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Kampf um Stablecoins : Schlechte, alte Welt

  • -Aktualisiert am

Auf einer Messe zum dezentralen Finanzwesen in Miami unterhalten sich Besucher und Aussteller. Bild: AFP

Wer glaubt, eine neue technische Erfindung setze alle Regeln außer Kraft, irrt. Der Kampf um Stablecoins zeigt: Macht-, Gewinn- und Vorteilsstreben machen hehre Ansätze zunichte.

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          Ein Ansatz in der Kryptowelt ist Dezentralität und Offenheit. Das soll Anlagen vom Machtmonopol einer Institution befreien. Doch die Vorgänge rund um Stable­coins zeigen, dass sie den normalen Regeln von Märkten unterliegen. Weil auf nichtvermachteten Märkten kein Teilnehmer sich ein Extrastück vom Kuchen abschneiden kann, sind alle bestrebt, den Markt nach Kräften zu monopolisieren.

          Demokratie lebt vom Mitmachen, und wenn es möglich ist, Stimmen zu kaufen, ist es auf Dauer nicht sehr weit her mit der Dezentralität. Darauf angewiesen zu sein, dass Coin-Holder mehr den langfristigen Nutzen des Systems im Sinn haben als den kurzfristigen Gewinn, ist eine Schwäche des Systems, die sich kaum beheben lässt. Letztlich benötigt dauerhafte Dezentralität eine mächtige Kontrollinstitution – ein Widerspruch in sich. Denn je größer und anonymer der Kreis der Betroffenen ist, desto rücksichtsloser nutzen diese ein System zu ihrem eigenen Vorteil aus.

          Kryptonutzer sollten sich über die Konsequenzen nicht täuschen. Der Bestechungswettbewerb bietet kurzfristig Vorteile, die sie aber längerfristig an den Emittenten eines „siegreichen“ Coins abgeben müssen.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

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