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Tim Kanning (kann.)

Online-Hauptversammlungen : Mehr Diskussion wagen

  • -Aktualisiert am

Stimmung im Saal: Auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank (hier ein Bild aus dem Jahr 2018) geht es zuweilen hoch her. Bild: Helmut Fricke

Auch im nächsten Jahr könnten viele Hauptversammlungen nur online stattfinden. Das dürfen Unternehmen nicht dafür nutzen, die Diskussion mit den Aktionären zu beschneiden.

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          Lauter Protest vor den Hallen, Zwischenrufe aus dem Auditorium, schimpfende Aktionäre – all das blieb den Vorständen und Aufsichtsräten der Großkonzerne in diesem Jahr erspart. Wegen der Corona-Pandemie durften sie ihre Hauptversammlungen ins Internet verlegen. Das nutzten manche Unternehmen dazu, das jährliche Aktionärstreffen für sich selbst zur Wohlfühlveranstaltung zu machen. Die Anteilseigner mussten ihre Fragen mit viel Vorlauf einsenden. Im Fall der Deutschen Bank zum Beispiel wurden sie, zu Themenpaketen zusammengeschnürt, von einer blondgelockten Moderatorin verlesen. Wer was gefragt hatte, war am Ende kaum noch auseinanderzuhalten; die Antworten waren mehr noch als sonst von der Rechtsabteilung weichgespült. Ohne Frage haben virtuelle Hauptversammlungen viele Vorteile, schon weil es für die meisten Leute einfacher ist, sich über den Computer einzuwählen als in eine Mehrzweckhalle am Heimatort des Unternehmens zu reisen. Doch wenn die Online-Treffen mehr als ein Provisorium sein sollen, dann müssen sich die Unternehmen wieder auf eine echte Diskussion mit ihren Aktionären einlassen – auch und gerade, wenn das unbequem ist.

          Tim Kanning
          Redakteur in der Wirtschaft.

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