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Kommunen nach Greensill : Aus Schaden wird man klug

  • -Aktualisiert am

Vor dem britischen Büro von Greensill Bild: AFP

Die Geldanlage zahlreicher Kommunen bei der Greensill-Bank war ein Fehler, aus dem diese hoffentlich lernen. Aber auch am Bankenverband wird etwas haften bleiben.

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          Nach dem Greensill-Debakel sieht auch manche Stadt gar nicht gut aus. Als die Finanzaufsicht BaFin den deutschen Ableger der australischen Greensill-Gruppe im März schloss, waren einige Bürgermeister hart getroffen. Das dort sicher geglaubte Kapital ihrer Kommune war fernab ihres Zugriffs.

          Einige wohlhabendere Kommunen unter den zehntausend Gemeinden in Deutschland wollten etwas Zinsen statt Verwahrentgelte. Jetzt müssen sie sich fragen, was daran klug gewesen sein soll. Aus Schaden lässt sich lernen: Gut ist, wenn Städte ihre Anlagen und Richtlinien überprüfen. Noch besser, wenn sich das Stadtoberhaupt stärker involviert. Zu Recht weisen Lokalpolitiker auch auf Unzulänglichkeiten anderer hin: Hätten kommunale Berater, BaFin oder die Wirtschaftsprüfer Ebner Stolz früher warnen können?

          Aufklärung ist an vielen Stellen nötig. Dafür wäre auch ein Vertreter der Kommunen im Gläubigerausschuss für das Insolvenzverfahren gut gewesen. Die Städte wüten, dass der Bankenverband das verhindert hat. Dieser verweist auf einen staatlichen Vertreter des Bundeslandes Thüringen. Doch dürften sich die Banken in der öffentlichen Wahrnehmung damit keinen Gefallen getan haben.

          Jan Hauser
          Redakteur in der Wirtschaft.

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