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Dividenden : Eine Pause scheint das Richtige

Auch die Aktionäre der Lufthansa bekommen keine Dividende. Bild: AFP

Wer Staatshilfe in Anspruch nimmt, sollte Aktionären keine Dividende zahlen. Wer keine Hilfen in Anspruch nimmt, derzeit auch lieber nicht.

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          Unternehmen, die den Staat um Unterstützung bitten, dürfen keine Gewinne an ihre Aktionäre ausschütten. Da hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier recht, dass dies dem Steuerzahler nicht zugemutet werden kann. Zur Staatshilfe zählt auch die Kurzarbeit. Es stößt sauer auf, wenn BASF und VW zu den vier Dax-Unternehmen zählen, die das meiste Geld an ihre Anteilseigner ausschütten und gleichzeitig Kurzarbeit in Anspruch nehmen.

          Allerdings müssen sich auch die Unternehmen ohne Staatshilfe fragen, ob sie mit üppigen Gewinnausschüttungen die richtigen Signale senden, wenn die schwerste Rezession der Nachkriegsgeschichte droht. Wäre es da nicht im langfristigen Interesse der Aktionäre, Liquidität zu schonen und Eigenkapital zu stärken? Jetzt vorsichtig zu sein kann sich später auszahlen.

          Die vernünftigen Anteilseigner werden sich diesem Argument nicht verschließen. Die unvernünftigen Aktionäre kann man damit trösten, dass die für das vergangene Geschäftsjahr vorgeschlagene Dividende nachgeholt wird, sobald sich der Corona-Sturm gelegt hat und die wirtschaftliche Lage wieder bessert. Eine Dividendenpause ist derzeit das richtige Signal.

          Markus Frühauf
          (maf.), Wirtschaft

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