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Kommentar : Zentral-Bank

Zentralbanken im öffentlichen Auftrag dürfen einzelne Marktteilnehmer nicht bevorzugen. Sie sollten Sensibilität für die Finanzmärkte zeigen.

          Eine Zentralbank ist nicht nur eine politische Institution, sondern auch eine Bank, die Geschäfte an Finanzmärkten betreibt. Es geht nicht an, dass Zentralbanken, die im öffentlichen Auftrag handeln, einzelne Marktteilnehmer gegenüber anderen bevorzugen.

          Am Montagabend hat ein Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank einem handverlesenen Kreis von Teilnehmern einer Konferenz in London Informationen über eine Änderung des Anleihenkaufprogramms mitgeteilt, die anderen Marktteilnehmern erst am darauf folgenden Vormittag über die Internetseite der EZB zugänglich waren.

          Im Jahre 2013 versendete die amerikanische Fed eine Mail mit sensiblen Angaben zur amerikanischen Geldpolitik vorab an einen begrenzten Adressatenkreis, darunter Investmentbanken von der Wall Street.

          In beiden Fällen ist in den Zentralbanken von nicht beabsichtigten Fehlleistungen die Rede. Das mag sein. Dennoch bleibt der Befund, dass sich seit langem Zentralbanken vor allem als politische Institutionen verstehen und wenig Sensibilität für Finanzmärkte besitzen. Angesichts der Wechselwirkungen zwischen Finanzmärkten und der Geldpolitik ist dies eine Fehlentwicklung.

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