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Porsche-IPO : Kein Musterbeispiel

Der Porsche-Börsengang könnte der größte seit der Deutschen Telekom vor 26 Jahren werden. Bild: EPA

Der Börsengang von Porsche kommt allen Governance-Problemen von VW zum Trotz. Dieses Beispiel darf nicht Schule machen.

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          Alles läuft nach Plan. Stand jetzt wird der Sportwagenhersteller Porsche in der kom­menden Woche an die Börse preschen. Alles andere wäre eine Überraschung. Mit einem Volumen von bis zu 9,4 Milliarden Euro wird es der größte Börsengang seit der Erstnotiz der Deutschen Telekom 1996 werden. Sollte sich die Weltlage in den kommenden Tagen nicht signifikant verschlechtern, werden alle Beteiligten tatkräftig mithelfen, diesem Börsengang zum Erfolg zu verhelfen. Ge­stützt von den einflussreichen Investoren wie Quatar oder dem norwegischen Staatsfonds ist kein Anleger in Sicht, der die Party auf dem Parkett stören wollte – von den gut mitverdienenden Banken ganz zu schweigen.

          Die Tatsache, dass Volkswagen und Porsche mit den Verschachtelungen und der Doppelfunktion von Oliver Blume als VW- und Porsche-Chef in Sachen Unternehmensführung eine schlechte Figur abgeben, erscheint vielen nicht mehr als eine Randnotiz. Was zählt, ist der Emissionserlös, und der ist stattlich.

          Porsches Beispiel darf nicht Schule machen, denn Unternehmen manövrieren sich mit dieser Strategie langfristig in eine Sackgasse. Es wachsen neue Generationen von Investoren als Entscheidungs­träger heran. Ihnen sind die Nachhaltigkeitskriterien zu E (Environment), S (Soziales) und G (Governance) wich­tiger, als sie nur zu Lippenbekenntnissen verkommen zu lassen. Die aktivistischen Aktionäre rund ums Klima sind darauf nur ein kleiner Vorgeschmack.

          Inken Schönauer
          Redakteurin in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

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