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Krypto-Verbot in China : Wer ist die Zukunft?

  • -Aktualisiert am

In der richtigen Gesellschaft: Xi Jinping auf den Spuren Maos Bild: EPA

Die Krypto-Fans kann die Bekräftigung des Verbots in China nicht schrecken. Sie halten Krypto für die Zukunft. Die beansprucht die Staatspartei aber für sich.

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          Man hätte ja gesagt, der Schrecken war groß. Bloß war er’s nicht. Höchstbehördlich verkündet China die Illegalität von Bitcoin & Co. Die Krypto-Assets aber schütteln sich kurz, und das war’s. Vielleicht war es ja mehr die Hoffnung der Antikryptos, dass dem Teufelszeug der Garaus gemacht würde, was sie die Tragweite der nicht wirklich frischen Ankündigung überschätzen ließ. Die Unverwüstlichkeit der Kryptos zeigt, für wie unverwundbar sie die Fans halten – so wie es einst die Konstrukteure von Hypothekenpapieren in den 2000ern und Tech-Investoren in den Neunzigern taten. Wir sind die Zukunft, an uns kommt ihr nicht vorbei! Nur: Weiß das auch die Zukunft?

          Der chinesischen Führung ist das egal. Für sie geht es um das, worum es unter Xi Jinping seit Jahren geht: Es geht um Macht. Eine Kryptowährung muss dem Willen der Partei unterworfen sein. Der anarchische Nimbus, der Kryptoanlagen anhaftet, stellt in Frage, dass der Partei die Zukunft gehört. Mögen sich Kryptofans damit trösten, dass Kryptobesitz dem von Drogen nicht gleichgestellt ist – der Schritt ist klein, für Xi allemal. Und wenn Staatstrojaner zur Durchsuchung von Computern schon in Deutschland diskutiert wurden, ist China hier gewiss schon weiter. Die Kryptobörsen Huobei und Binance wissen das: Sie machten sofort den Kotau, für den so mancher westliche Konzern heftigst gescholten wurde. Aber Krypto ist ja nun mal was Besseres. Wenn’s doch so wäre.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

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