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Italienische Staatsanleihen : Der Salvini-Spread

Auf Krawall gebürstet: Matteo Salvini, Italiens heimlicher Regierungschef Bild: AFP

Matteo Salvini nimmt keine Rücksicht. Nicht auf Brüssel, nicht auf den Koalitionspartner. Die italienischen Wähler kommt das teuer zu stehen. Sollte er bei den Europawahlen erfolgreich seien, wird es noch kostspieliger werden.

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          Der heimliche Regierungschef Italiens ist Matteo Salvini. Er führt die rechtsnationale Lega, die in den Umfragen stärkste Partei. Salvini strotzt vor Selbstbewusstsein und droht Brüssel wieder . Die Defizitregeln will er verletzen, wenn es sein muss. Sie waren ihm schon immer egal. Er schert sich wenig um den Risikoaufschlag, den Anleger für italienische Staatsanleihen fordern. Das belastet die Staatsfinanzen in Form höherer Zinsen.

          Auch die italienischen Banken leiden darunter, weil sich dadurch ihre Finanzierungskosten erhöhen und die Kursverluste der Staatsanleihen das Eigenkapital schwächen. Das Muskelspiel gegenüber der EU-Kommission und den Europartnerländer kommt italienische Steuerzahlern nicht nur teuer zu stehen, sondern bedroht auch die Kunden der Banken, wenn diese umfallen.

          Es ist nicht zu erwarten, dass Salvini zurückrudern wird, wenn er die Europawahlen deutlich gewinnt und anschließend die Koalition mit der Fünf-Sterne-Bewegung aufkündigt, um eine rechtspopulistische Regierung zu schmieden. Der Salvini-Spread wird dann noch höher ausfallen, weil er sich erst recht nicht an die Defizitregeln halten wird.

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