https://www.faz.net/-gv6-7yyo1

Griechenland : Droht nun ein Börsencrash?

Alexis Tsipras, der Vorsitzende des Linksbündnisses Syriza, gibt sich schon siegessicher. Bild: Reuters

Wie reagieren die Börsen auf einen Wahlerfolg von Syriza in Griechenland? Ein Szenario macht Hoffnung - ein Kommentar.

          1 Min.

          Stürzen uns die Griechen wieder voll zurück in die schlimmsten Zeiten der Euro-Krise? Diese Sorge haben heute einige. Denn am Abend wird entschieden sein, ob das euro-kritische Linksbündnis Syriza die Parlamentswahlen gewonnen hat und die Regierung stellen wird. Es will einen Schuldenschnitt und zudem einen Großteil der Reformen der vergangenen Jahre rückgängig machen. Das würde für Unruhe an den Börsen sorgen.

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ein Kursfeuerwerk in Europa und Athen würde hingegen der Wahlsieg der bisherigen Regierung Samaras auslösen. Denn sie unterstützt die Reformen und die Sparpolitik. Doch alle Umfragen sagen anderes: Syriza gewinnt.

          Offen ist nur, ob es für eine absolute Mehrheit reicht. Wenn ja, würden die Börsen negativ reagieren. Denn dann stehen schwierige Verhandlungen der Europäer mit der neuen Regierung an, die – gestärkt durch den hohen Wahlsieg – wenig Kompromissbereitschaft zeigen würde. Da schon Ende Februar das bisherige Hilfsprogramm ausläuft, könnten längere Verhandlungen über diesen Termin hinaus Griechenland schnell in Finanznöte bringen.

          Schlimmer für die Börsen wäre da nur ein unklarer Wahlausgang, der keine neue Regierung hervorbringt und dadurch abermalige Wahlen in einigen Monaten nötig macht. Diese Unsicherheit mögen die Finanzmärkte gar nicht.

          Am wahrscheinlichsten ist ein Szenario, das etwas Hoffnung macht: Der Sieg von Syriza ist nicht zu verhindern. Aber die Linken brauchen einen Koalitionspartner, der sie mäßigt. Dann würden eventuell die Laufzeiten griechischer Anleihen verlängert und die Zinsen nochmals gesenkt. Und einige Erleichterungen bei den Reformvorgaben gewährt. Aber vor allem: Griechenland bliebe im Euro. Denn das wollen alle Verantwortlichen – in Europa und Athen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Borussia Dortmund : Favre und die Anzeichen der Entfremdung

          Lucien Favre ist in eine hochkomplizierte Lage hineingeraten. Obwohl keiner der Verantwortlichen den Trainer öffentlich kritisiert, dürfte er keine große Zukunft bei Borussia Dortmund haben. Wie konnte das nur passieren?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.