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Amerikas Börsenaufsicht : Zahnloser Tiger

  • -Aktualisiert am

Die Geldstrafe gegen Tesla-Chef Elon Musk war eine der wenigen spektakulären Entscheidungen der SEC in jüngster Zeit. Bild: Reuters

Amerikas Börsenaufsicht SEC lässt es unter Donald Trumps Regierung ruhiger angehen. Das ist gefährlich.

          Um die amerikanische Börsenaufsicht SEC ist es unter der Regierung Trump ruhig geworden. Die Höhe der gegen börsennotierte Unternehmen verhängten Geldbußen ist zurückgegangen, und es gibt kaum noch schlagzeilenträchtige Fälle – abgesehen von der Strafe gegen Tesla-Chef Elon Musk, der im vergangenen Jahr mit unvorsichtigen Twitter-Meldungen für heftige Kursschwankungen sorgte.

          Der sanftere Kurs der Aufsicht entspricht Trumps allgemeiner Deregulierungsstrategie. Zwar ist der von Trump ernannte SEC-Vorsitzende Jay Clayton nicht ganz so zahnlos, wie ursprünglich erwartet wurde. Claytons Votum gab in der parteipolitisch besetzten SEC-Kommission im vergangenen Jahr mehrfach den Ausschlag für Geldstrafen gegen Banken und Unternehmen.

          Jedoch ist die Zahl und Höhe der verhängten Strafen im Vergleich zur Amtszeit Trumps Vorgänger Obama zurückgegangen, weil die juristische, von Milliardenstrafen begleitete Aufarbeitung der Finanzkrise beendet ist. Eine weitgehend locker wirkende Aufsicht ist jedoch gefährlich. Denn Abschreckung, die Angst vor Strafen und negativen Schlagzeilen, ist immer noch die wirksamste Methode, um Fehlverhalten von Unternehmen und Personen zu verhindern – wenn überhaupt.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

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