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Kommentar : Absage der Börsenfusion wäre die sauberste Lösung

  • -Aktualisiert am

Die Deutsche Börse will mit der London Stock Exchange zusammengehen. Wenn nach dem Brexit-Votum der Hauptsitz weiter die britische Metropole sein soll, sollte sie die Fusion lieber gleich absagen.

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          Die Aktionäre der Deutschen Börse müssen dieser Tage entscheiden, ob sie der Fusion mit der London Stock Exchange zustimmen. Der Vertrag sieht den Sitz der gemeinsamen Holding in London vor. Das Unternehmen soll nach britischem Recht geführt werden.

          Es ist höchste Zeit, dass die Deutsche Börse klare Signale an Aktionäre und Politik sendet, wie sie sich das nach einem Brexit vorstellt. Bleibt sie bei ihrer bisherigen Position, der aktuelle Vertrag sei vorteilhaft für alle Beteiligten, kann sie die Fusion auch gleich absagen. Das wäre die sauberste Lösung. Weder die EU noch die Hessische Börsenaufsicht werden zulassen, dass eine für den Finanzmarkt zentrale Einrichtung wie die Börse von außerhalb der EU gesteuert wird.

          Zu bedeutsam ist seit der Finanzkrise auch für die politischen Akteure ein streng überwachter und kontrollierter Handel von Wertpapieren. Ein Wegzug der Börse wäre hier ein verheerendes Signal und würde die bisherige Regulierung konterkarieren.

          Das dürfte der Deutschen Börse klar sein und es müsste auch der London Stock Exchange zu vermitteln sein. Die ist nämlich seit dem Brexit in der viel schlechteren Position, drohen ihr doch lukrative Geschäfte im Euroraum und der EU verlorenzugehen. Nur eine baldige klare Aussage zur Sitzfrage dürfte die Fusion noch retten können.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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