https://www.faz.net/-gv6-af73b

Aktie im Blick : Warum Anleger vor Knorr-Bremse zurückschrecken

Arbeiterin in einer Fabrik von Knorr-Bremse in Aldersbach Bild: © 2018 Bloomberg Finance LP

Knorr-Bremse hatte Interesse daran, den Automobilzulieferer Hella zu kaufen. Von dieser Schnapsidee hat sich die Aktie heute noch nicht erholt. Gelingt es dem Chef des Unternehmens, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen?

          4 Min.

          Die Börse verzeiht nur langsam. Noch immer haben die Investoren des Nutzfahrzeug- und Zugzulieferers Knorr-Bremse nicht verwunden, was der neue Vorstandsvorsitzende Jan Mrosik mit einer schockierenden Nachricht Ende Juni losgetreten hatte: Das M-Dax-Unternehmen bekundete ganz offiziell ein Interesse an dem Autozulieferer und Leuchtenhersteller Hella; Kaufpreis so um die 7 Milliarden Euro, unpassend für den potentiellen Käufer, ohne Verbundvorteile, strategische Per­spektiven, geschweige denn Sinnhaftigkeit. In Minuten rauschte der Aktienkurs nach unten. Über einige Tage summierte sich der Kursverlust auf 20 Prozent.

          Rüdiger Köhn
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Die Anleger wussten sofort: Ein derartiger Zukauf ist eine Schnapsidee. Der Vorstand benötigte für diese Erkenntnis eine Woche. Am 7. Juli kam die Botschaft, dass man einen Erwerb nicht weiter verfolge. Vergangene Woche waren sich der französische Autozulieferer Faurecia und Hella mit einem Kaufwert von 6,8 Milliarden Euro handelseinig geworden. Knorr-Bremse in München aber leidet unverändert an einer Kursschwäche und unter dem verspielten Vertrauen eines in Akquisitionsfragen nicht trittsicheren Vorstandes. Der Eindruck hat sich festgesetzt, dass Größe vor Risiko geht.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Paul Ziemiak, Tilman Kuban und Hendrik Wüst beim „Deutschlandtag“ der Jungen Union am 16. Oktober in Münster

          Imagewandel der Jungen Union : Konservative in Sneakern

          Die Junge Union ist auf der Suche nach einer neuen Außendarstellung. Manche ihrer Mitglieder wollen die Rhetorik abrüsten und den Kleidungsstil ändern. Aber wofür stehen die Jungkonservativen?
          Wer traut sich schon, vor Autos herzuradeln? Das ist in dieser Straße in Frankfurt aber so gedacht, Fahrräder und Autos teilen sich die Spur und Autos dürfen Räder nicht überholen. Was Verkehrsteilnehmer hier für einen Radweg halten, ist die „Dooring Zone“ des Parkstreifens.

          Psychologie der Straße : Warum die Verkehrswende scheitert

          Warum tun wir uns so schwer, den Autoverkehr in seine Schranken zu weisen? An fehlenden Befunden der Verkehrswissenschaft liegt es jedenfalls nicht. Die Antworten liefern Psychologen.