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Wegen Klimawandel : Pflicht-Police gegen Starkregen und Hochwasser

Hagel hatte dieses Haus während eines sommerlichen Unwetters in Bayern beschädigt Bild: dpa

Fachleute fordern angesichts des Klimawandels eine Pflicht für Hausbesitzer, sich gegen Naturgefahren wie Starkregen und Hochwasser zu versichern. Wer sich das nicht leisten kann, der soll Unterstützung vom Staat erhalten.

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          Nach dem unbefriedigenden Ergebnis des Klimagipfels in Madrid empfehlen Fachleute, Wohngebäude in Deutschland gegen die Folgen des Klimawandels zu schützen. Im Kern ihres am Montag in Berlin vorgestellten Maßnahmenkatalogs steht eine verpflichtende Versicherung gegen Elementargefahren.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Das sind Naturgefahren, die durch herkömmliche Wohngebäudepolicen nicht gedeckt sind. Dazu zählen Starkregen und Hochwasser. „Neben der zentralen Frage: ‚Wie schützen wir das Klima?‘ wird sich die Politik in Zukunft zunehmend mit der Frage beschäftigen müssen: ‚Wie schützen wir uns vor den Folgen des Klimawandels?’“, sagte Gert Wagner, Mitglied des Sachverständigenrats und früherer Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Die Policenpflicht solle genauso für Eigentümer gelten, die ihre Wohnung selbst nutzen, wie für Vermieter.

          Als weitere Schritte schlagen die Wissenschaftler vor, Präventionsmaßnahmen zu unterstützen, wie sie die Vereinten Nationen in der Resilienzstrategie des Sendai-Rahmenwerks vorgesehen haben. Dafür müssten Akteure aus dem Katastrophenschutz, der humanitären Hilfe und der nachhaltigen Hilfe besser vernetzt werden. Naturgefahren sollten überdies besser im Baurecht verankert werden. Zudem sollten Starkregengefahren ähnlich dem Überschwemmungsrisiko systematisch erfasst und kategorisiert werden.

          Bislang wurde nach Angaben des Versichererverbands GDV nur für 43 Prozent der Gebäude eine erweiterte Police mit Naturgefahrenschutz abgeschlossen. Das wiederum zieht nach Beobachtung der Sachverständigen immer wieder nach Naturkatastrophen eine „Gummistiefelpolitik“ nach sich, in der Politiker Geschädigten finanzielle Unterstützung zusichern.

          Das aber werde ihrer Auffassung nach mit dem durch den Klimawandel wachsenden Risiko immer weniger möglich sein. Die deutschen Ministerpräsidenten hatten sich schon 2017 darauf geeinigt nur noch solche Haushalte zu entschädigen, die sich erfolglos um eine private Versicherung bemüht haben. Auch den sozialen Ausgleich hat das wissenschaftliche Beratungsgremium im Blick: „Damit (armutsnahe) Hauseigentümer durch die Pflicht zur Prämienentrichtung nicht unter unzumutbaren finanziellen Druck geraten, kann die Einführung unterstützender öffentlicher Leistungen erwogen werden“, sagte Wagner.

          Nach den Statistiken der Versicherer nehmen die Schäden durch Naturgefahren zu. Die Stürme Kyrill (2007), Xynthia (2010) und Elvira (2016) haben Zahlungen zwischen 45 und 100 Millionen allein in diesem Schadensegment ausgelöst. Laut der Branche lassen sich 93 Prozent der Gebäude vergleichsweise einfach in den zwei niedrigsten Gefährdungsklassen zu Jahresprämien zwischen 60 und 120 Euro versichern. Weitere 6 Prozentpunkte seien bei höherem Selbstbehalt versicherbar.

          In ihrer Empfehlung, die auf zwei öffentlich einsehbaren Studien beruht, setzen sich die Sachverständigen auch mit der Frage auseinander, ob eine Pflichtpolice verfassungsgemäß wäre. Diese Frage bejahen sie. Ihren Ratschlag sehen sie im Kontext einer begleitenden Klimafolgenpolitik und den von einzelnen Landesregierungen vorgenommenen Anpassungen. Bayern zum Beispiel hatte in diesem Juli erklärt, keine staatlichen finanziellen Unterstützungen nach Schäden durch Starkregen und Überschwemmung mehr zu gewähren.

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