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Klimaschutz am Finanzmarkt : Was die Divestment-Bewegung übersieht

Nordrhein-Westfalen, Grevenbroich: Dampf und Rauch steigen aus dem RWE Kraftwerk Neurath auf. Vor Kurzem erst hat der norwegische Pensionsfonds seine Anteile an dem deutschen Energieversorger verkauft. Bild: dpa

Hilft Divestment, also der Abzug von Investitionen, wirklich dem Klima? Daran gibt es Zweifel. Doch der symbolische Wert bleibt.

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          Der norwegische Pensionsfonds ist mit einem verwalteten Vermögen von rund 1 Billion Dollar der größte Staatsfonds der Welt und einer der lautesten Nachhaltigkeitsfürsprecher unter den institutionellen Investoren. Kürzlich erst stieß der Fonds seine Beteiligung am deutschen Energieversorger RWE ab sowie auch Anteile an Glencore oder Anglo American. Die Unternehmen hatten die Kohlekriterien des Pensionsfonds nicht erfüllt.

          Die Corona-Krise wirft abermals ein Schlaglicht auf die Förderer fossiler Brennstoffe. Die Rufe nach einem Ende der Investitionen in die Branche werden vor allem nach dem Absturz der Ölpreise wieder kräftiger. Klimaschutzorganisationen wie 350.org, angeführt vom Amerikaner Bill McKibben, fordern seit Jahren den Abzug von Investitionen aus fossilen Energieträgern. Die Bewegung wird unter dem Begriff „Divestment“, also Desinvestition, zusammengefasst. McKibben selbst hatte die Bewegung mit den Aktionen gegen Südafrika während der Apartheid verglichen. Dort haben aus seiner Sicht versiegende Geldquellen den Weg zum Ende des Regimes geebnet.

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