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Keine höhere Förderung : Ölpreis steigt über 80 Dollar

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Ölraffinerie bei Denver Bild: Reuters

Nachdem sich die erdölfördernden Länder gegen eine Erhöhung der Produktion entscheiden haben, steigt der Ölpreis über die Marke von 80 Dollar.

          Der Ölpreis tendiert am Montagmorgen deutlich fester. Gegenüber den Freitagsschlusskursen legt der Preis für das Barrel (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent um 1,5 Dollar auf 80,32 Dollar zu. Damit werden erstmals seit fast vier Jahren wieder mehr als 80 Dollar bezahlt. Schon am Freitag hatte der Preis diese Marke kurzzeitig übersprungen. Amerikanisches Leichtöl der Sorte WTI ist mit 71,92 Dollar ebenfalls merklich teurer als am Freitag.

          Trotz der Forderung von Amerikas Präsident Donald Trump nach einer Senkung des Ölpreises hatten sich die ölfördernden Staaten am Sonntag gegen entsprechende Maßnahmen entschieden. Nach einem Treffen in der algerischen Hauptstadt Algier sprachen die Opec- und Nicht-Opec-Mitglieder in einer gemeinsamen Erklärung von einem „insgesamt gesunden Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage“.

          Eine Erhöhung der Produktion würde die Preise wegen des größeren Angebots fallen lassen. Unter den teilnehmenden Ländern waren unter anderem die wichtigen Erdöl-Exporteure Saudi-Arabien und Russland.

          Am Donnerstag hatte Trump über den Kurznachrichtendienst Twitters das Erdölkartell Opec zum wiederholten Male aufgefordert, die Rohölpreise zu senken. Die Auswirkungen auf die Preise hielten sich jedoch in Grenzen.

          Trump vertritt seit längerem die Position, die Opec treibe mit ihrer Angebotspolitik die Erdölpreise nach oben. Fachleute sehen jedoch zumindest eine Mitschuld Trumps: Seine Aufkündigung des Atomabkommens mit Iran und das daran anknüpfende faktische Ölembargo gegenüber dem Opec-Land führen zu einer Verknappung des Ölangebots und treiben die Preise, lautet das Argument.

          Darüber hinaus profitiert die amerikanische Erdölindustrie von höheren Preisen, weil sie auf einem niedrigeren Niveau deutlich weniger konkurrenzfähig wäre.

          BRENT

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          Einige Analysten spekulieren nun auf einen Preisanstieg bis 100 Dollar. Es gebe am Markt nicht mehr viel Kapazität, den Ausfall der iranischen Erdölproduktion zu ersetzen, sagte etwa Daniel Jaeggi, Mitbegründer der Mercuria Energy Group, der Nachrichtenagentur Bloomberg.

          Als Trump im Mai ankündigte, die Sanktionen gegen die iranischen Ölexporte wieder in Kraft zu setzen, schätzte man den Ausfall der Produktion auf 300.000 bis 700.000 Barrel pro Tag. Mittlerweile gehe man von 1,5 Millionen Barrel aus, so das Handelshaus Trafigura. Auch die amerikanische Schiefergasproduktion stehe vor Problemen. Pipeline-Engpässe und Personalprobleme behinderten das Wachstum.

          Andere Analysten sind weniger alarmistisch. So sehen die Analysten von JBC Energy in den Beschlüssen nur eine Unterstützung des Ölpreises und halten aus diversen Gründen einen Rückgang der Nachfrage für möglich.

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