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Kaum ETF-Angebote : Was taugt der Tec-Dax?

  • -Aktualisiert am

Im Fokus: Künstliche Augenlinse aus der Produktion des Tec-Dax-Unternehmens Carl Zeiss Meditec Bild: ZB

Der deutsche Index für Technologie-Aktien hat in den zurückliegenden Jahren stark abgeschnitten, doch ETF-Anleger interessieren sich laut einer Studie kaum für ihn. Dabei hat er ein großes Vorbild.

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          Nach den Turbulenzen am amerikanischen Markt für große Technologieaktien Anfang September könnte der deutsche Technologieaktienindex Tec-Dax als mögliche Alternative für Anleger in den Blick rücken. Inwieweit kann er es mit dem großen Vorbild aus Amerika aufnehmen? Dieser Frage ist Christian Kahler, Anlagestratege der DZ Bank, nachgegangen. Aus seiner Sicht ist der Tec-Dax vor allem für Anleger gefragt, die gezielt in einzelne Aktien investieren. Weniger geeignet sei der Tec-Dax dagegen für Indexinvestoren, die mit dem Kauf von Indexfonds (ETF) auf die Entwicklung des gesamten Index mit allen 30 darin enthaltenen Unternehmen setzen. Kahler charakterisiert den Tec-Dax daher als „Jagdgrund für Spezialisten“.

          Mark Fehr

          Redakteur in der Wirtschaft.

          So seien nur zwei ETF auf den Tec-Dax erhältlich, während für den M-Dax fünf und für den Dax sogar zehn börsengehandelte Indexfonds im Angebot seien. Das geringe ETF-Angebot ergibt sich laut Kahler aus dem geringen Kundeninteresse, schließlich laufe der Tec-Dax erst seit einigen Jahren richtig gut mit einem Plus von fast 30 Prozent über drei Jahre inklusive Dividenden, während der Dax im gleichen Zeitraum nur gut 5 Prozent schaffte. Zudem sei der Index vor seinem Umbau zu einem Parallel- und Branchenindex vor zwei Jahren gemessen an der Marktkapitalisierung noch recht klein gewesen. Der Ursprung des Tec-Dax geht auf den Neuen Markt zurück, mit dem die Deutsche Börse vom Jahr 1997 an dem großen amerikanischen Vorbild Nasdaq nacheifern wollte.

          TecDAX ®

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          Jungunternehmen mit tatsächlich oder nur vermeintlich zukunftsträchtigen Geschäftsmodellen vor allem aus den Branchen Internet oder Biotechnologie sollten damals mit Kapital zum Durchstarten versorgt werden. Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie übertraf der Marktwert des Neue-Markt-Index Nemax 50 sogar den des Dax. Nach dem Crash im März 2000 war der Niedergang des New-Economy-Segments jedoch nicht mehr aufzuhalten. Diese Negativerfahrungen von Anlegern wirken für den Nachfolger Tec-Dax nach.

          Kontinuierlich profitabel

          Doch mit den vielen Pleite-Firmen aus der Zeit des Neuen Marktes sind laut Kahler nur noch wenige der aktuellen Tec-Dax-Werte vergleichbar. Unternehmen wie Bechtle (IT), Carl Zeiss Meditec (Optik), Qiagen (Biotech), United Internet und Sartorius (Laborausrüstung) stünden seit Jahren für Kontinuität und Profitabilität. Jüngst stark an Marktkapitalisierung gewonnen hätten der IT-Dienstleister Cancom und der Softwareanbieter Nemetschek.

          Seit dem Jahr 2018 können die 30 Tec-Dax-Unternehmen je nach ihrer Größe gleichzeitig im Dax und M-Dax gelistet sein, was etwa für das ehemalige Dax-Unternehmen Wirecard galt, dessen parallel im Tec-Dax enthaltene Aktie dort stärker gewichtet war als im Dax. Derzeit dominieren vier große Technologietitel den Index: die Dax-Unternehmen SAP, Infineon und Deutsche Telekom sowie der M-Dax-Wert Siemens Healthineers. Mit Blick auf die Marktkapitalisierung liegt zum Stichtag 10. September mit weitem Abstand der Softwarehersteller SAP mit 168 Milliarden Euro vorn. Die stärkste Kursentwicklung über ein Jahr hat jedoch ausgerechnet der nach Marktkapitalisierung kleinste Tec-Dax-Wert vorzuweisen, das IT-Unternehmen LPKF Laser & Electronics.

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