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Angebliche Marktmanipulation : Kartellklage gegen zehn Großbanken

Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt. Bild: Wolfgang Eilmes

Eine Anlegerin wirft unter anderem der Deutschen Bank vor, von Kleinanlegern höhere Preise für Unternehmensanleihen verlangt zu haben als von Großanlegern. Gab es einen geteilten Markt?

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          Eine Reihe von zehn namhaften Großbanken, darunter Bank of America, Credit Suisse, Goldman Sachs und auch die Deutsche Bank sind in den Vereinigten Staaten verklagt worden, weil sie angeblich Preise im Handel mit Unternehmensanleihen manipuliert haben sollen. Eine Kleinanlegerin wirft den Banken vor, ein Kartell gebildet zu haben und den Unternehmensanleihehandel mit sogenannten „Odd Lot”, krummen Stückzahlen, 14 Jahre lang eingeschränkt und damit Kleinanlegern finanziell geschadet zu haben.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Restposten haben in der Regel  Wertpapieraufträge im Nennwert von höchstens 1 Million Dollar, wie sie typischerweise von Kleinanlegern abgegeben werden. Die Anlegerin hat eine Kartellklage vor einem Gericht in Manhattan eingereicht. Die Deutsche Bank wollte dazu auf Anfrage keinen Kommentar abgeben. Auch die anderen verklagten Banken, darunter auch Barclays, Citigroup, JP Morgan Chase, Morgan Stanley, Natwest Markets Securities und Wells Fargo gaben gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg keine Stellungnahme ab.

          In der Kartellklage wird behauptet, die Banken hätten den Handel mit „ungeraden Stückzahlen“ eingeschränkt und dann von Kleinanlegern zu hohe Preise beim Kauf von Unternehmensanleihen verlangt. Wertpapieraufträge mit geraden Stückzahlen dagegen, wie sie institutionelle Großanleger aufgeben, seien in einem liquideren Handel für diese Kunden zu vorteilhafteren Preisen von den Banken verkauft worden.  „Keine vernünftige wirtschaftliche Rechtfertigung erklärt das Ausmaß der Preisunterschiede zwischen ungeraden und runden Stückzahlen“, heißt es in der Klage.

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