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Grauer Kapitalmarkt : Strengere Regeln sollen Anleger schützen

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Glänzende Fassade – die Pleite des Containervermieters traf Anleger völlig unerwartet Bild: dpa

Nach der Pleite des Containervermieters P&R will die Politik Anleger besser vor gefährlichen Investments schützen. So soll die Finanzaufsicht freie Anlagevermittler schärfer kontrollieren.

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          Die Bundesregierung will Anleger besser vor undurchsichtigen Vermögensanlagen schützen und den grauen Kapitalmarkt schärfer regulieren. Die oberste Finanzaufsicht Bafin soll dafür mehr Kompetenzen bei der Überwachung von Finanzprodukten und deren Vertrieb bekommen. Außerdem soll sie Verbraucher noch besser informieren und über Risiken aufklären. Es gehe darum, den Markt transparenter und robuster zu machen, sagte Finanzstaatssekretär Jörg Kukies am Donnerstag in Berlin. „Wir wollen anregen, dass Vermögensanlagen weiter gekauft werden können – aber in einem wesentlich klareren Rahmen.“

          Ausgangspunkt für das Maßnahmenpaket ist die Insolvenz des führenden Anbieters von Direktinvestments in Seecontainer im vergangenen Jahr. Damals hatten mehr als 50.000 Kapitalanleger große Verluste hinnehmen müssen.

          Es sei wichtig, dass besonders Privatanleger besser informiert seien, um eigenverantwortliche Anlageentscheidungen zu treffen, teilten das Finanz- und das Verbraucherschutzministerium gemeinsam mit. Dabei solle zugleich die Sicherheit erhöht, als auch eine gewisse Risikobereitschaft honoriert werden, sagte Verbraucherschutz-Staatssekretär Gerd Billen.

          Unter anderem sollen sogenannte Blindpool-Konstruktionen verboten werden – dabei erfährt der Anleger nicht genau, wofür sein Geld eingesetzt wird. In der Vergangenheit seien viele Menschen so getäuscht worden, hieß es aus den Ministerien. Die Bafin soll Vermögensanlagen zudem beschränken oder ganz verbieten, wenn diese erhebliche Bedenken für den Anlegerschutz aufwerfen. Ab 2021 soll die oberste Finanzaufsicht auch die rund 38.000 freien Finanzvermittler in Deutschland kontrollieren. Nur noch laufend beaufsichtigte Vermittler und Finanzinstitute sollen Vermögensanlagen verkaufen dürfen. Sie sollen dabei vor allem Privatleute auch bei der Auswahl einer Anlage beraten.

          Über die geplante strengere Beaufsichtigung freier Finanzmakler hatte die F.A.Z. bereits im Juli berichtet. Auch die vorgeschlagenen Regeln für mehr Transparenz sind nicht komplett neu. So verlangt das 2015 in Kraft getretene Kleinanlegerschutzgesetz einen Anlageprospekt für Geldanlagen über den grauen Kapitalmarkt. Unter dem grauen Markt sind Finanzanlagen zu verstehen, die außerhalb der Börsen verkauft werden. Anders als etwa bei einer Aktie können Anleger ihre Investments am grauen Kapitalmarkt nicht zu einem beliebigen Zeitpunkt verkaufen. Stattdessen müssen sie darauf warten, dass der Initiator das Geld zurückzahlt.

          Laut Kleinanlegerschutzgesetz müssen Anleger etwa ein freies Vermögen von mindestens 100.000 Euro besitzen, wenn sie mehr als 1000 und bis zu 10.000 Euro am grauen Markt investieren wollen. Besonders tückisch sind die Nachschusspflichten für Anleger bei Anlagen am grauen Markt. Dies kann dazu führen, dass bereits erhaltene Ausschüttungen zurückgefordert werden.

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