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Kapitalanlage 2008: Edelmetalle : Gold profitiert vom schwachen Dollar

  • -Aktualisiert am

Gold - selten war es wertvoller als heute Bild: REUTERS

Für die Edelmetalle wird 2008 zu einem bewegenden Jahr. Bei Gold steht die Frage im Raum, ob ihm der Sprung über sein im Januar 1980 verzeichnetes Rekordhoch von rund 850 Dollar je Feinunze gelingt.

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          Für die Edelmetalle, allen voran Gold, wird 2008 wohl zu einem in mehrfacher Hinsicht bewegenden Jahr. Zunächst einmal steht bei Gold die Frage im Raum, ob ihm der Sprung über sein im Januar 1980 verzeichnetes Rekordhoch von rund 850 Dollar je Feinunze gelingen kann. Anfang November 2007 war es beinahe einmal so weit, doch scheute der Markt im letzten Augenblick vor der Hürde zurück. Ob ein neuer Anlauf von Erfolg gekrönt sein wird, dürfte entscheidend davon abhängen, was mit dem Dollar geschieht, denn Gold verhält sich zu ihm wie eine Währung.

          Eng ist damit auch die Frage verbunden, wie sich die Nachfrage nach physischer Ware durch private Investoren entwickelt. Sollte das Interesse im Zuge weiterer Dollarschwäche zunehmen, könnte das bisweilen mühsam erhaltene Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zu den inzwischen gewohnten Preisen wahrscheinlich nicht fortbestehen. Daran würden wohl auch zügige Verkäufe der europäischen Notenbanken aus ihren Goldreserven nichts ändern. Dass sich die Goldproduktion bei weltweiter Betrachtung zu stabilisieren oder sogar zu erholen scheint, hätte angesichts eines denkbaren weiteren Dollarverfalls wohl kaum Einfluss auf das Marktgeschehen.

          Gold ist das bessere Geld, sagen die Anhänger

          Insgesamt betrachtet stehen die Chancen also gut, dass Gold im neuen Jahr noch weiter, vielleicht sogar krass ins Rampenlicht rückt. Und dies muss keinesfalls nur für den in Dollar ausgedrückten Preis gelten. Als die Goldnotierungen Anfang November 2007 bei rund 840 Dollar ihr jüngstes zyklisches Hoch erreichten, zog der in Euro gemessene Preis für kurze Zeit auf den seit der Einführung der Gemeinschaftswährung am 1. Januar 2002 registrierten Rekord von gut 570 Euro an. Rechnerisch erreichte Gold in dieser Valuta seinen Höchststand im Januar 1980 bei knapp 600 Euro.

          Das sind mehr als Zahlenspielereien. Die Entwicklung zeigt nämlich, dass sich Gold nicht nur in Dollar, sondern auch in Euro, also den beiden wichtigsten Valuten in der Welt, verhält wie eine Währung. Faktisch gilt damit der traditionelle, offiziell aber aufgegebene monetäre Charakter des Edelmetalls als intakt. Für die beachtliche Zahl der unverbrüchlichen Anhänger des Goldes ist der tendenzielle Anstieg des Goldpreises in diesen beiden Währungen der schlagende Beweis für ihre These, Gold sei das bessere Geld.

          Diese These könnte 2008 weiter untermauert werden, wenn der Fall des Dollars in eine ausgewachsene Dollarkrise führen sollte. Eine solche Krise, die nicht wenige Fachleute für möglich halten, könnte die Grundfesten des internationalen Währungssystems erschüttern und Schritte zu dessen Neuordnung erzwingen. Hinzu kommen die ebenfalls durch extreme Verschuldung entstandenen und im Juli 2007 offen zutage getretenen Exzesse bei der privaten Kreditvergabe, die an die Substanz des internationalen Bankensystems zu gehen drohen. Beobachter halten es in diesem Zusammenhang für bedeutsam, dass sich diese Exzesse über Jahre hinweg unter den Augen der amerikanischen Notenbank (Fed) herausgebildet haben und dass sie nichts unternahm, um die Zustände in geordnete Bahnen zurückzulenken.

          Kaufbereitschaft am physischen Markt wächst

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