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Kapital-Lebensversicherung : Die große Black Box

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Bild: F.A.Z.

Gäbe es einen Preis für die geringste Transparenz bei der Geldanlage, die Kapital-Lebensversicherungen würden ihn wohl bekommen. "Fast nirgends wird der Anleger so im unklaren über die Kosten gelassen wie bei diesem Produkt", klagt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

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          Gäbe es einen Preis für die geringste Transparenz bei der Geldanlage, die Kapital-Lebensversicherungen würden ihn wohl bekommen. "Fast nirgends wird der Anleger so im unklaren über die Kosten gelassen wie bei diesem Produkt", klagt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

          Das hat schon das Bundesverfassungsgericht in seinem gerade verkündeten Urteil bemängelt und den Gesetzgeber zum Handeln aufgefordert. Denn wieviel der Gewinne, die die Versicherer an den Kapitalmärkten erwirtschaften, an die Kunden ausgeschüttet werden und wieviel beim Anbieter verbleibt, wird nicht veröffentlicht. Anleger, die eine Ahnung bekommen wollen, ob sie es mit einem billigen oder teuren Versicherer zu tun haben, müssen zu Hilfsmitteln greifen.

          Teilweise hohe Kostenquoten

          Im Geschäftsbericht wird die jährliche Verwaltungskostenquote angegeben, die die allgemeinen Ausgaben des Versicherers etwa für das Personal beinhaltet. Im Schnitt beträgt sie nach Berechnungen des Marktbeobachters Morgen & Morgen 3,3 Prozent aller gebuchten Beiträge. Gute Versicherer leisten sich da sogar weniger als zwei Prozent.

          In den Berichten findet sich auch die Abschlußkostenquote, die den Aufwand für die Vertragsabschlüsse etwa für Vermittler und Werbung mißt. Gute Anbieter liegen hier bei unter drei Prozent, teure bei mehr als acht Prozent der neuen Beiträge. Allein 2,4 bis vier Prozent fließen dabei nach Weidenbachs Aussage an die Vermittler.

          Wer nicht in Geschäftsberichten blättern will, dem gibt die garantierte Versicherungssumme einen Hinweis auf die Kosten. Da alle deutschen Versicherer den gleichen Zins im Jahr garantieren - derzeit sind es 2,75 Prozent - und alle die gleichen Sterbewahrscheinlichkeiten berücksichtigen, gilt: Je niedriger die Versicherungssumme, desto höher die Kosten (siehe Tabelle).

          Große Unterschiede bei den Ausschüttungen

          Nach den Berechnungen von Morgen & Morgen schüttet etwa die Europa-Versicherung für einen 40jährigen Mann, der 20 Jahre lang 1.000 Euro eingezahlt hat, derzeit garantierte 24.200 Euro aus. Das sind 3.300 Euro oder 16 Prozent mehr als der schlechteste Anbieter.

          Die von den Versicherern genannte mögliche Ablaufleistung am Ende der Vertragslaufzeit gibt hingegen keinen Aufschluß über die Kosten des Anbieters. "Sie ist nicht garantiert und hängt nicht nur von den Kosten, sondern auch von der Rendite ab, die die Versicherung erwirtschaftet", betont Weidenbach. In der Vergangenheit war deren Höhe oft zu optimistisch angesetzt. Kein Wunder, denn vor allem damit werben die Versicherer um ihre Kunden.

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