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F.A.Z. Exklusiv : Kampf gegen Geldwäsche überfordert die Aufseher

  • -Aktualisiert am

Für die Koordination im Kampf gegen Geldwäsche ist die Zentralstelle für Finanzuntersuchung (FIU) zuständig. Bild: dpa

Die Zahl der Verdachtsfälle, an denen die Behörde FIU arbeitet, hat sich verdoppelt. Die Verdachtsmeldungen vor allem durch Online-Banken steigen immens. Ein Finanzpolitiker bezeichnet Deutschland wegen des Bearbeitungsstaus als „El Dorado“ für Geldwäscher.

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          Der von der Bundesregierung ausgerufene Kampf gegen Geldwäsche geht nur schleppend voran. Die für die Koordination zuständige Zentralstelle für Finanzuntersuchungen (FIU) scheint überlastet zu sein. Das geht aus Antworten des Bundesministeriums der Finanzen auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Markus Herbrand hervor, die der F.A.Z. vorliegen. Demnach waren im August 46.032 Verdachtsfälle in Bearbeitung durch die FIU. Das sind fast doppelt so viele wie im Februar mit 24.300.

          Mark Fehr
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die offenen Fälle wurden von der FIU gesichtet und erstbewertet, jedoch noch nicht abschließend entschieden. Laut Herbrand könnte der starke Anstieg damit zu tun haben, dass immer mehr Fälle gemeldet werden. „Es kann aber auch sein, dass die FIU mit ihrem Arbeitspensum einfach nicht hinterherkommt“, sagte Herbrand der F.A.Z. Auf jeden Fall sei es ein fatales Zeichen an Geldwäscher und Terrorismusfinanziers, dass die Aufsicht ihnen kaum auf die Schliche kommen könne. „Deutschland ist ein El Dorado für Geldwäscher“, kritisiert der Abgeordnete.

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