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JP Morgan : Amerikas größte Bank schreibt Rekordzahlen

  • Aktualisiert am

Jamie Dimon, Chef von JP Morgan Bild: Reuters

Das Jahr 2019 lief für die amerikanischen Bankenriesen JP Morgan und Citigroup besser als erwartet. Das liegt auch an den unerschrockenen amerikanischen Verbrauchern. Deutsche Kreditinstitute higegen kämpfen um jeden Euro.

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          Die amerikanische Großbank JP Morgan Chase hat im vierten Quartal 2019 Umsätze und Ergebnisse in Rekordhöhe erzielt. Der Gewinn legte im vierten Quartal um 21 Prozent auf 8,52 Milliarden Dollar zu, wie Amerikas größte Bank am Dienstag mitteilte. Das war ebenso ein Rekord wie der Gesamtjahresgewinn von 36,4 Milliarden Dollar. Für den Aktienkurs von JP Morgan wird ein Anstieg erwartet, weil die Zahlen noch besser ausfallen als erwartet.

          JP Morgan habe von der Stabilisierung des weltweiten Wachstums und der guten Stimmung der Verbraucher profitiert, sagte Vorstandschef Jamie Dimon. Im Investmentbanking konnte JP Morgan nach einem schwachen Vorjahresquartal im Schlussquartal starke Zuwächse verbuchen. Dimon kündigte Investitionen in neue Märkte und neue Technologien an.

          Auch der Gewinn der Großbank Citigroup legte zu im Vergleich zu 2018 um acht Prozent auf 19,4 Milliarden zu. Zusammengerechnet verdienten JP Morgan und Citigroup damit im vergangenen Jahr fast 56 Milliarden Dollar.

          Dagegen belasten niedrigere Zinsen und Skandale der vergangenen Jahre den amerikanischen Kreditriesen Wells Fargo. Im vierten Quartal brach der Gewinn verglichen mit dem Vorjahreswert um mehr als die Hälfte auf 2,9 Milliarden Dollar ein, wie das Geldhaus am Dienstag in San Francisco mitteilte. Die Bilanz litt unter Rückstellungen von 1,5 Milliarden Dollar, mit denen sich Wells Fargo für Konsequenzen andauernder Rechtskonflikte wappnet. Die gesamten Erträge fielen um fünf Prozent auf 19,9 Milliarden Dollar.

          Deutsche Kreditinstitute kämpfen um jeden Euro

          Die Großbank leidet schon länger unter hohen Sonderkosten wegen einer früheren Affäre um fingierte Konten und andere dubiose Geschäftspraktiken, die auch schon zahlreiche Entlassungen sowie Klagen und Strafen nach sich zog. Erschwerend kamen für Wells Fargo zuletzt deutlich geringere Erträge wegen niedrigerer Zinsen hinzu. Im Gesamtjahr 2019 schrumpfte das Nettoergebnis um knapp 13 Prozent auf 19,6 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit besseren Zahlen gerechnet, die Aktie geriet vorbörslich zunächst deutlich ins Minus.

          Im Gegensatz zu amerikanischen Banken kämpfen europäische und deutsche Kreditinstitute um jeden Euro. Sie sehen den großen und einheitlichen Heimatmarkt als einen der wichtigsten Wettbewerbsvorteile amerikanischer Banken. Mit diesem starken Standbein falle auch die Eroberung ausländischer Marktanteile leichter, hört man immer wieder.

          So erzielte der Primus JP Morgan im vorletzten Geschäftsjahr 2018 mit 17,7 Milliarden Dollar knapp die Hälfte seiner Nettoeinnahmen aus dem Bereich Investmentbanking allein in Nordamerika. Europäische Großbanken dagegen machen sich schon vor der Haustür gegenseitig Konkurrenz und müssen auf der internationalen Bühne nach Anschluss suchen.

          Als besonders zersplittert gilt der deutsche Bankenmarkt, auf dem neben den Großbanken wie der Deutschen Bank oder der Commerzbank auch noch viele kleinere und mittlere Sparkassen und Genossenschaftsbanken um Kunden kämpfen. Das macht es für deutsche Finanzinstitute schwer, angemessene Gebühren für ihre Dienstleistungen zu verlangen. Die Kunden freuen sich dank des scharfen Wettbewerbs über kostenlose Onlinekonten oder günstige Konsumentenkredite.

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